Wertheim

Frühjahrskonzert Musikverein Dörlesberg spielt vor vollen Reihen / Moderator Daniel Franken unterhält mit vielen Informationen rund um die einzelnen Werke

Ensemble bringt frischen Schwung

Der Musikverein Dörlesberg lud am Samstagabend zu seinem Frühjahrskonzert. Die Waldsporthalle in Dörlesberg war mit mehr als 200 Zuhörern bis auf den letzten Platz gefüllt.

Dörlesberg. Die Erwartungen der Musikliebhaber wurden beim Frühjahrskonzert in Dörlesberg vollauf erfüllt, das Ensemble zeigte pure Freude an schöner und auf gutem Niveau dargebotener Blasmusik. Das Publikum wiederum hatte große Freude, an dem Konzert teilhaben zu können.

Der Musikverein Dörlesberg unter der Leitung von Dirigent Bernhard Müßig übertrug den frischen Schwung des Frühlings mit seinen Protagonisten im Alter von elf bis 67 Jahren auf eine musikalische Ebene. Dies zeigte sich bereits beim anfänglichen „Hoch Habsburg – Marsch“, den der Klangkörper ausgefeilt und harmonisch zu Gehör brachte. Zwischen den einzelnen Stücken moderierte Daniel Frankenberger mit Verve und vielen informativen Elementen rund um die einzelnen Werke.

Bezaubernde Melodien

Bei „Beauty and the Beast“ präsentierte das Orchester gekonnt einen Querschnitt bezaubernder Me-lodien, in den prägnanten Motiven ließen sich durchaus einzelne Charaktere erkennen. Die „Forrest Gump Suite“ präsentierte eine ermutigende Geschichte in wundervolle Musik gebettet, die fantastische Melodie floss in einem großen Höhepunkt zusammen.

Die „Kleine Ungarische Rhapsodie“ vermittelte das Gefühl, inmitten der weiten Puszta zu sein. Der erste und der letzte Teil, in Moll gehalten, machten die melancholische Färbung erlebbar, der stimmungsvoll romantische Mittelteil zeichnete den Frieden nach. Auch hier gelang es dem Ensemble, das Publikum mit der Macht der Klänge in eine andere Welt zu versetzen.

Die „Elisabeth Serenade“ danach strahlte fröhliche Leichtigkeit auf der Basis einer optimistischen Grundstimmung aus. Überwiegend die hohen Blechbläser spielten die melodischen Abschnitte, die Holzbläser zwitscherten in einer eingängigen und schmelzenden Melodie unbeschwert dazwischen. Auch „Zwei Tränen“, als Polka durchaus tanzbare Musik vermittelnd, bot ein tolles Stück Musik.

Das Orchester des Musikvereins unterbreitete bereits im ersten Teil des Abends Rhythmus wie aus einem Guss, spielte bestens einstudiert und stets mitreißend mal ein aufwühlendes, mal ein eher ruhi-ges Meer an Klängen. Nach der Pause eröffnete „Born to be wild“ fulminant. Die sich wiederholenden und harten Rhythmen mit starken Basslinien und einer imposanten Klangfülle trieben auch die Zuhörer förmlich voran.

Taktstock beiseite gelegt

Danach machte Dirigent Müßig einen sprachlichen Exkurs über die Trompete und deren Mundstück. Dies mündete in dem Stück „Mouthpiece Mania“, bei dem sieben der Musiker dem eher selten herausgehoben genutzten Instrumententeil zu besonderer Aufmerksamkeit verhalfen. Bei „Beyond the Sea“ legte der Dirigent seinen Taktstock beiseite, um als Gesangssolist kraft seiner gefühlvoll eingesetzten Stimme eine eigene Version des romantischen Liebesliedes darzubieten.

„The Best of ABBA“ zeigte einen kleinen, jedoch repräsentativen Ausschnitt des grandiosen musikali-schen Schaffens der Band, live gespielt vom Ensemble des Dörlesberger Musikvereins. „Grease“ wiederum versetzte musikalisch in die Zeit der Petticoats und der Pomade, ließ die sehr geneigte Zuhö-rerschaft reichlich emotionale Musik genießen.

Corinna Roth, Vorsitzende des Musikvereins Dörlesberg, freute sich, Jugendmusiker-Leistungsabzeichen in Bronze an Hanna Buhlmann, Kathleen Krank und Judith Ries überreichen zu können. Den Abschluss des Programms bildete der dynamische „Radetzky-Marsch“. Das Publikum hatte während des Konzerts mehrfach mitgeklatscht oder seiner Begeisterung kundgetan, applaudierte nach jedem Stück kräftig.

Das Frühjahrskonzert bot eine schöne Vielfalt an Musikstilen. Das Ensemble zeigte virtuoses Können, spielte beschwingt und sicher, meisterte auch technisch schwierige Passagen, das Wechselspiel von Dirigent und Orchester gelang trefflich. Die Musiker erzielten somit einen schönen Erfolg.

Dies wussten auch alle im Saal zu würdigen, standen letztlich auf, um sich Zugaben zu erklatschen. Dieses Vorhaben gelang, das insgesamt prächtig aufspielende Ensemble ließ zur Freude aller und zum Abschluss eines sehr gelungenen Abends natürlich noch etwas hören.