Wertheim

Am Amtsgericht verhandelt 18-jährigen Wertheimer bei Fahrt unter Drogeneinfluss erwischt

Fahrerlaubnis entzogen

Archivartikel

Wertheim.Ein Autofahrer aus Wertheim war im Juli nachts in Röttbach nur mit eingeschalteten Nebelscheinwerfen unterwegs. Eine Streife der Polizeiinspektion Marktheidenfeld stoppte ihn, und in dem Wagen fanden die Beamten 0,21 Gramm Marihuana sowie eine Mühle zum Zerkleinern.

Der 18-Jährige räumte ein, Cannabis vor einigen Tagen konsumiert zu haben. Die Entnahme einer Blutprobe durch einen Arzt wurde angeordnet.

Dieser stellte „mäßige bis deutliche Anzeichen“ auf Drogen fest, wie Pupillenerweiterung und verwaschene Aussprache. Dessen Bericht über die Verfassung des Mannes sowie das Ergebnis der Blutuntersuchung in einem Labor mit dem Nachweis von Tetrahydrocannabinol (THC) brachten den Rechtsmediziner zu dem Schluss, dass der Auszubildende in der Tatnacht fahruntüchtig war.

Bei Heranwachsenden zwischen 18 und 20 Jahre ist die Justiz des Wohn- und nicht des Tatorts zuständig. Auf Grund des rechtsmedizinischen Gutachtens entzog im Oktober das Amtsgericht Mosbach vorläufig die Fahrerlaubnis. Zudem leitete die Staatsanwaltschaft Mosbach das Verfahren ein.

In der Verhandlung machte der Beschuldigte dann geltend, dass er sich inzwischen mit der Drogenproblematik auseinandersetze. So habe er habe Kontakt zur Suchtberatung und beschäftige sich mit den Anforderungen, die bei einer Medizinisch-Psychologischen-Untersuchung, MPU, gestellt werden.

Die Jugendgerichtshilfe Main-Tauber berichtete von einem Gespräch mit dem Angeklagten. Danach erstreckte sich der durch Neugier begonnene und dann mit Gefallen weiter geführte Drogenkonsum über eineinhalb Jahre. Der Verteidiger nannte das „Probierwahnsinn“. Seit dem Vorfall habe der Angeklagte den Konsum der Drogen eingestellt und den Kontakt zum früheren Freundeskreis aufgegeben.

Wegen fahrlässigen Führens eines Kraftfahrzeugs unter dem Einfluss berauschender Mittel verurteilte jetzt das Amtsgericht Wertheim den jungen Mann zur Strafe von 30 mal 20 Euro. Es zog die Fahrerlaubnis endgültig ein und bestimmte für die Wiedererteilung eine Sperrfrist von sechs Monaten.

Das Gericht sah keine jugendtypische Verfehlung, was zur Anwendung des milderen Jugendstrafrechts geführt hätte. Der Angeklagte habe sich mehrere Tage Gedanken gemacht, ob er fahren könne, und zu Fahrt nicht spontan entschieden. Entsprechend dem Antrag der Staatsanwaltschaft stellte die Richterin das Verfahren wegen des Besitzes der geringen Menge an Drogen ein. Eine Verurteilung deswegen hätte die Strafe kaum erhöht.