Wertheim

"exit ruine Zweite Auflage der Raverparty lockte erneut viele Besucher auf die Wertheimer Burg

Fans elektronischer Musik begeistert

Wertheim.Die einen fanden es super, die anderen waren eher genervt: In der einzigartigen Kulisse der Burg fand die zweite Raverparty "exit: ruine" statt.

Es ist ein Spannungsfeld, in dem man sich bewegt. "Berichten Sie bitte positiv", bat einer der vier jungen Männer, die sich knapp eine Stunde vor dem offiziellen Ende auf den Weg machen mussten, weil sie sonst ihren Zug, beziehungsweise den Bus, nicht mehr erwischt hätten, der sie nach Hause bringen sollte.

"Die Veranstaltung war geil. So etwas wäre bei uns nicht möglich." "Bei uns", das ist in dem Fall Schweinfurt.

Von dort aus hatte sich das Quartett am Vormittag auf den Weg nach Wertheim gemacht, um bei der Neuauflage der "exit: ruine" dabei zu sein, der Raverparty, die im Mai zum ersten Mal hier stattgefunden hat (wir berichteten).

Wer das auf sich nimmt, von Schweinfurt nach Wertheim - und wieder zurück - mit öffentlichen Verkehrsmitteln an einem Samstag, der erhofft sich etwas Besonderes. Und das bekamen die vier, und mit ihnen viele Hundert weitere "Liebhaber elektronischer Musik", wie es in der städtischen Ankündigung so schön hieß, dann auch geboten.

Wolkenverhangen

Es waren wohl nicht ganz so viele Besucher wie einst im Mai, aber das war mit Sicherheit dem Wetter geschuldet. Das ließ diesmal nämlich ziemlich zu wünschen übrig. Wolkenverhangener Himmel, aus dem es ab und an regnete, dazu vergleichsweise kühl. Das brachte dann wohl manchen dazu, sein im Vorverkauf erworbenes Ticket verfallen zu lassen.

Wer das nicht getan hatte - von rund 1000 Besuchern insgesamt war zu hören - kam auf seine Kosten. Im Line up waren die regionalen DJs "Just:in Time", "Weishaupt", "2Busy", "ilikeidol" oder "Hucklelarry, Phil & Ben Sawyer" angekündigt, dazu die auch im weiteren Umfeld renommierten "Felix Kröcher" und "Agent!" Namen, die denen eher nichts sagen, die eben keine Liebhaber elektronischer Musik sind und bei all den anderen dafür sorgten, dass die Füße nicht stillstanden.

Getanzt, was das Zeug hielt

Vom Wetter ließ man sich da bestimmt nicht abhalten, sondern tanzte, was das Zeug hielt, beseelt davon, "dass so etwas hier möglich ist und dann auch noch auf der klasse Burg". Noch mal die vier Jugendlichen aus Schweinfurt vom Anfang zitiert: "Hoffentlich gibt's das nächstes Jahr wieder. Für uns ist sonst nämlich nicht viel geboten."

Andere würden sich eher das Gegenteil wünschen. "Ihr berichtet über so etwas immer nur positiv", kritisierte ein älterer Herr schon zwei Tage vor der Raverparty. Der Lärm, nicht nur während der Veranstaltung selbst, der Müll und überhaupt - passt so etwas auf die Burg?

Erste akustische Anzeichen dafür, dass es jetzt losgegangen war, waren kurz nach Mittag auch auf dem Parkplatz eines Einkaufsmarktes im benachbarten Kreuzwertheim zu hören. Und dann lag bis in den Abend hinein ein Klangteppich über Wertheim und der bayerischen Schwestergemeinde. Das war mit Sicherheit auch dieses Mal wieder nicht jedermanns Sache. Wirklich laut war es eigentlich aber nicht, doch das dürfte ein subjektives Empfinden gewesen sein.

Die Veranstalter von der Würzburger Agentur "Echtzeit" haben sich, so Kathleen Nitschel vom Innenstadt- und Burgmanagement der Stadt, viel Mühe gegeben, Kritikpunkte, die aus der Premiere im Mai resultierten, zu entschärfen.

Lautspreche anders ausgerichtet

Dazu gehörte, dass man die Lautstärkeregler heruntergedreht und die Lautsprecher anders ausgerichtet hatte, um die, die mit Rave nun gar nichts anzufangen wissen, nicht zu sehr zu belästigen.

Am Ende fanden die, die mittendrin waren, es toll. Und die, die, noch dazu unfreiwillig, nur dabei waren, werden froh sein, dass bis zum nächsten Jahr jetzt erst einmal Ruhe ist.