Wertheim

„Kunstsommer Burg Wertheim“ Zweite Ausstellung mit Werken von Andrea Kraft eröffnet / Das Element Luft steht im Fokus der Ausstellung „Spirit“

Formensprachemit Schwung und Dynamik

Archivartikel

Die zweite Kunstausstellung im Rahmen des „Kunstsommers Burg Wertheim“ wurde am Sonntag im neuen Archiv der Burg eröffnet.

Wertheim. Trotz der Hitze, dem Ferienanfang und dem Altstadtfest waren etliche Besucher weit angereist um die neusten Werke von Andrea Kraft zu sehen.

In seinem Grußwort betonte Bürgermeister Wolfgang Stein den Stellenwert von Zeitgenössischer Kunst auf der Burg als Bereicherung für die Region und äußerte seine Hoffnung auf Fortsetzung des Kunstprojekts durch den Dortmunder Galeristen Axel Schöber über das Jahr 2018 hinaus.

Ungewöhnliche Werke

In seiner Laudatio hob dieser die Bedeutung der Werke von Andrea Kraft schon bei seiner Galeriegründung im Jahr 2000 hervor. Andrea Krafts ungewöhnliche Werke seien unter anderem durch zahlreiche Messeteilnahmen in Antwerpen, Karlsruhe, Köln und Rotterdam international bekannt sowie hoch geschätzt. Die Künstlerin stellt seit 2000 die Elemente Erde, Feuer, Wasser und Luft in den Fokus ihres figurativ ausgelegten Oeuvre.

Reduziert und abstrahiert

Dabei ist die Darstellung des menschlichen Körpers stark reduziert und abstrahiert. Die Oberflächen der zumeist aus ihrem selbstentwickelten Material „Zellukat“ erstellten Figuren werden von der gelernten Diplom-Designerin so gestaltet, als ob sie aus Stahl, Keramik oder ähnlichem hergestellt wurden. Seit Jahren lässt die Künstlerin einige ausgewählte Objekte in Süddeutschland in Bronze umsetzen.

Schwerpunkt der nun laufenden Einzelausstellung unter dem Titel „Spirit“ ist das Element Luft mit Werken wie „Phönix“, „Ikarus“, „The Wing“ oder „Cosmic Dancer“. Letztere sind erstmals Mischwesen aus Mensch und Vogel. Deren dynamisch und stark geschwungene Formensprache mache den Einfluss und die Kraft des Windes (und somit der Luft) sichtbar, so Axel Schöber.

In diesem Zusammenhang zitierte er Aussagen der Künstlerin ausführlicher und ging damit auf die Bedeutung des ästhetischen Konzepts „Wabi Sabi“ ein. Dieses wurzele fernöstlich im Zen-Buddhismus, stellte er fest.

Im Gegensatz zum westlichen Schönheitsideal gelte dort natürliches Wachstum, Verwitterung, Dunkelheit, Leere und Uneindeutigkeit als schön. In Kombination der beiden Konzepte entstehe in den Werken der Künstlerin durch den Ausgleich von Gegensätzlichem Harmonie.