Wertheim

Jahreshauptversammlung CDU hielt Rückblick / Bürgermeister Wolfgang Stein stellte Entwicklung der Stadt vor

Freude über die Bescherung vor Weihnachten

Wertheim.Viel Rück- und ein wenig Ausblick bestimmten am Dienstagabend die Jahreshauptversammlung des CDU-Stadtverbandes Wertheim im Restaurant „Zorbas“ im Tauberhotel „Kette“. Insbesondere der Fraktionsvorsitzende der Christdemokaten im Landtag, Professor Dr. Wolfgang Reinhart und Bürgermeister Wolfgang Stein hatten, nachdem die üblichen Regularien weitgehend abgearbeitet waren (siehe weiteren Bericht), einiges zu sagen. Vielleicht auch weil im Hintergrund „König Fußball“ mit der Champions League lauerte, hielt sich die Diskussionsfreude bei den mehr als 30 Anwesenden in engen Grenzen.

Stein sprach von einem ereignisreichen Jahr, das jetzt zu Ende gehe und in dem man über weite Strecken auf den erkrankten Oberbürgermeister Stefan Mikulicz habe verzichten müssen. „Im Leben ist die Gesundheit das Allerwichtigste“, betonte der Bürgermeister. Alle freuten sich darauf, wenn der OB seinen Dienst wieder antreten könne.

Wieder Ausbildungsstandort

Die Stadt habe sich weiterentwickelt, „wir sind auf dem richtigen Kurs“, so der Bürgermeister weiter. Er nannte die Themen Wohnungsbau und Ausweisung von Gewerbegebieten, Dorf- und Stadtsanierung, um dann auf die „Bescherung vor Weihnachten“ zu sprechen zu kommen. „Geschenk Nummer eins“ ist Stein zufolge, „dass es gelungen ist, dass die ehemalige Akademie wieder zu einem Ausbildungsstandort der Polizei wird“.

Präsent Nummer zwei sei die bevorstehende offizielle Eröffnung des Studienzentrums der SRH-Fernhochschule, und als „drittes Geschenk“ nannte der Bürgermeister den Ausbau der Autobahn, der gestern seiner Bestimmung übergeben wurde. Alles drei habe man sich aber hart erarbeiten und zum Teil lange darum kämpfen müssen. Stein dankte Wolfgang Reinhart und würdigte den Oberbürgermeister.

Zufrieden zeigte er sich mit den zurückliegenden Haushaltsberatungen. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, zog er eine Bilanz des zu Ende gehenden Jahres, um abschließend auch noch persönlich „Danke zu sagen, dass man es mir nicht unnötig schwergemacht hat“. Der OB könne sich auch „deshalb so auf seine Genesung konzentrieren, weil er weiß, dass er von uns gut vertreten wird“.

„Stadt prosperiert“

Der Fraktionsvorsitzende der CDU im Landtag, Professor Dr. Wolfgang Reinhart stellte in Bezug auf Wertheim fest, „hier herrscht ein guter Geist, die Stadt prosperiert“. Projekte wie der Autobahnausbau zeigten, „dass es sich lohnt, sich gemeinsam für etwas einzusetzen“.

Dr. Wolfgang Reinhart informierte über die „konkrete, offizielle Entscheidung“ von Innenminister Thomas Strobl zur Reaktivierung des Standorts Wertheim für die Polizeiausbildung und kritisierte in dem Zusammenhang, dass es daran aus anderen Teilen des Landes „auch Stimmen gab und gibt, die der Sache nicht adäquat waren“. Als ein „Grund zur Freude“ bezeichnete der Politiker ebenfalls die Ansiedlung der SRH.

Die Analyse der Bundestagswahl sei im Grunde recht einfach, wandte sich Reinhart dann anderen Politikfeldern zu. Ab August 2015 habe es „den größten Vertrauensbruch“ gegeben. Laut einer Untersuchung eines Instituts für Demoskopie hätten die Menschen die Flüchtlingswelle vergleichbar mit dem Bau der Mauer, der Ölkrise oder dem 11. September wahrgenommen. Unionsintern bemängelte der Landtagsfraktionsvorsitzende, die Einigung mit der CSU in der Angelegenheit „hätte man auch schon zwei Jahre früher haben können und nicht erst nach der Bundestagswahl“.

Sondierungsgespräche

Reinhart bedauerte das Scheitern der Sondierungsgespräche, die Bildung einer Jamaika-Koalition „wäre eine attraktive neue Perspektive gewesen“. Nun gelte es, eine handlungsfähige, stabile neue Regierung zustande zu bringen. Das sei allemal besser als eine Minderheitsregierung oder gar Neuwahlen.

In den anstehenden Verhandlungen plädierte der Redner, „nicht alles bis ins kleinste Detail zu regeln“, sondern „den Abgeordneten auch noch ein bisschen Freiheit zu lassen“. ek