Wertheim

Zukunft des Stadtteils Beirat befasste sich unter anderem mit der Entwicklung der Rotkreuzklinik und der Polizeihochschule

Freude über Polizei-Rückkehr ist groß

Archivartikel

Reinhardshof.Die lange Tagesordnung der Sitzung am Mittwoch im „Café Henry“ der Rotkreuzklink umfasste große Themen für die Zukunft des Stadtteils. Von Bautätigkeiten, über die Entwicklungen in und um die Rotkreuzklinik, die Polizeihochschule, das Familienzentrum sowie die neue Verkehrsanbindung an das Gewerbegebiet bis zu den Haushaltsmittelanforderungen reichte das Spektrum der Themen.

Groß war beim Stadtteilbeiratsvorsitzenden Walter Ploch und seinen Kollegen die Freude über die Rückkehr der Hochschule der Polizei in den Stadtteil. Dort wird gerade der Institutsbereich (IBA) Wertheim aufgebaut.

Maßnahmen für Hochschule

Er gab einen Überblick über die Baumaßnahmen, die im Zusammenhang mit der erneuten Ansiedelung der Ausbildungseinrichtung stehen. Durch den Umbau bestehender Gebäude und Neubauten werden zwei reine Unterkunftsgebäude, sowie weitere zwei Gebäude für Unterkunft und Verwaltung geschaffen. In einem kleineren Gebäude wird ein Bereich für das Praxistraining eingerichtet. Weiterhin entstehen Räume für den theoretischen Unterricht. Um den 300 Auszubildenden und rund 100 Mitarbeitern für Ausbildung, Verwaltung und Service ausreichend Stellfläche für ihre PKW zu bieten, werden zusätzliche Parkmöglichkeiten geschaffen.

Komplett entkernt wurde das frühere Café Kunterbunt. Hier wird eine große Kantine entstehen. Die Sanierung der durch den Brandanschlag stark beschädigten Halle soll wahrscheinlich 2019 angegangen werden. Bis dahin werden die Schulungsteilnehmer in Ausweichquartieren wie der SH 1 Bestenheid oder der Main-Tauber-Halle trainieren.

Marcus Plaschke, Geschäftsführer der Rotkreuzklinik Wertheim, berichtete über aktuelle Entwicklungen und Zukunftspläne des Krankenhauses. Die Dialysepraxis von Dr. Seibold und Dr. Breunig wird aus der Kernstadt in die Rotkreuzklinik umziehen. Dazu haben deren Inhaber 900 Quadratmeter Klinikfläche langfristig angemietet, die derzeit für die Praxis umgebaut werden. Neben der Betreuung ihrer Patienten wird die Gemeinschaftspraxis auch die stationären Patienten der Klinik mit Dialysebedarf versorgen. Bisher mussten letztere mehrmals pro Woche zur Praxis in der Kernstadt gefahren werden. Die neue Lösung stelle somit eine deutliche Verbesserung für sie dar, betonte Plaschke. Die Eröffnung der neuen Praxis soll im Oktober 2018 stattfinden.

Ab 1. Juli bekommt die Klinik zudem eine neue Fachabteilung für Lungenheilkunde. Bereits ab kommender Woche ist eine Kinder- und Jugendpsychologin an der Klinik tätig. Ihre Kernzielgruppe sind Jugendliche und junge Erwachsene bis etwa Mitte 20. Der Schwerpunkt ihrer Behandlungen liegt unter anderem im Bereich der Suchtproblematik.

„Café Henry“ gut besucht

Erfreut zeigte sich Plaschke auch über den Erfolg des Cafés in der Klinik. Es sei inzwischen für viele externe Besucher ein beliebter Ort zum Mittagessen und insgesamt sehr gut ausgelastet.

Weiter informierte der Klinikgeschäftsführer darüber, dass die Verwaltung die beiden freien Wiesen bei der Klinik verkaufen oder vermieten möchte, damit sich dort passende Gesundheitsangebote ansiedeln können.

So soll dort eine Kurzzeitpflegeeinrichtung mit 30 bis 40 Plätzen entstehen. Die aktuell dazu laufenden Gespräche mit Partnern seien vielversprechend. Ein weiterer Zukunftswunsch sei die Errichtung eines Hospiz mit sechs bis acht Plätzen. Plaschke zeigte sich zuversichtlich, dass man auch diese gewünschten Angebote auf den sich stark entwickelnden Reinhardshof holen könne.

Axel Wältz, erster Vorsitzender des TV Wertheim, stellte den aktuellen Baustand des „Zentrums für Sport und Gesundheit“ des Vereins vor, das zur Zeit neben der Klinik entsteht. Hauptziel sei es hauptamtliche Unterstützung zum vielfältigen Ehrenamt des 1500 Mitglieder starken Sportvereins zu entwickeln und sich zudem verstärkt im wichtigen Gesundheitsbereich zu positionieren.

Zum Standort an der Klinik erklärte er, wie wichtig es sei, dass die Akteure im Gesundheitswesen zusammenarbeiten. Denn gerade im ländlichen Raum seien kreative Konzepte und Kooperationen für den Erhalt von Gesundheitsleistungen gefragt.

Neben den verschiedenen Sportangeboten wird es im Zentrum auch eine eigene ambulante Physiotherapiepraxis geben. Das gesamte Angebot werde von der Prävention über den Reha-Sport bis hin zur Akutbehandlung reichen. Dabei decke man sowohl Krankenkassen-, als auch Selbstzahlerleistungen ab.

Wältz stellte das Gebäudekonzept vor und verwies unter anderem auf den Einsatz medizinisch zugelassener Trainingsgeräte und den Sitz der Geschäftsstelle im Gebäude. Aktuell liegt das Streifenfundament. Mit dem Bau soll es nun schnell vorangehen. Anfang August soll der Innenausbau beginnen. Im Dezember ist ein Probebetrieb geplant, die offizielle Eröffnung ist für Januar 2019 vorgesehen.

Geschäftsführer steht fest

Details für die Angebote wird es im Sommer geben. Für die Nutzung von Teilen des Zentrums werde eine Vereinsmitgliedschaft erforderlich sein, erklärte er auf Nachfrage. Aktuell ist man auf Personalsuche. Bereits mit einem Sportwissenschaftler besetzt werden konnte die Stelle des Geschäftsführers des Zentrums. Wältz war überzeugt, mit dem neuen Sportzentrum tue man etwas für den Stadtteil und die Gesamtstadt. Ploch bat die Bürger abschließend, das Projekt mit einer eine Bausteinspende zu unterstützen. bdg