Wertheim

55 Jahre Umzug Faschingsgesellschaft bietet zum närrischen Jubiläum einen Gaudiwurm vom Allerfeinsten

Fröhlich und vor allem brandaktuell

Ein Jubiläums-Gaudiwurm vom Allerfeinsten schlängelte sich gestern Nachmittag durch Mondfeld. Diesen 55. Geburtstag wird man so schnell nicht vergessen.

Mondfeld. Lang war er, mit weit über 40 Wagen und Fußgruppen. Fröhlich war er, so wie man es kennt. Aber auch politisch und brandaktuell, wie schon seit längerem nicht mehr. Und mit seinen 55. Jahren, die der Umzug der Faschingsgesellschaft Mondfeld gestern Nachmittag feiern konnte, ist er jung geblieben wie eh und je.

Tausende Besucher, viele von ihnen selbst in farbenfrohe und fantasievolle Kostüme gewandet, bildeten ein prächtige Kulisse. Dass der Himmel seine Schleusen geschlossen hielt, war das Tüpfelchen auf dem i und hoch verdient für die Akteure, die sich teilweise bis zur sprichwörtlich letzten Minute alle Mühe gegeben hatten, um auch noch die allerneuesten politischen Ereignisse aufs Korn zu nehmen.

Am Freitag hatte Martin Schulz seinen Verzicht auf ein Regierungsamt erklärt. Schon gestern Nachmittag fand sich das auf einem Umzugswagen karikiert. Aber auch die gescheiterten Jamaika-Koalitionsverhandlungen waren noch nicht vergessen. Deutschlands Autobauer bekamen ihr ebenso Fett weg.

Die zwischen Donald Trump und Kim Jong Un strittige Frage, wer denn nun den größten Atomknopf hat, war ein dankbares Thema, wobei die beiden Streithähne zumindest in Mondfeld friedlich vereint auf einem Wagen posierten.

Dann gab es natürlich die, die sich mehr lokaler und regionaler Angelegenheiten annahmen. So kam man sich nur wünschen, dass es in der Rotkreuzklinik nicht so „zugeht“, wie eine Gruppe sich das so vorstellt. Mittendrin „gurkte“ der „Disco-Schaddel“ herum.

Zum Jubiläum reihten sich viele Abordnungen in den Zug ein, von Nassiger Garden angefangen, über das Reicholzheimer Prinzenpaar, das es sich nicht nehmen ließ, huldvoll aus dem geschlossenen Fahrzeug zu winken, während die Tollitäten-Kollegen der Wertheimer Wölfe Risiko gingen und – gegen die Kälte dick verpackt – im Cabrio mitfuhren. Die Sachsenhäuser machten Zirkus, die Dörlesberger Rouscheboutze ordentlich Lärm und die Freudenberger Finken oder die Boxtaler Frösche waren ebenso dabei.

Tanzende Discokugeln und John Travolta wiesen auf das diesjährige Mondfelder Faschingsmotto hin. Für den richtigen Rhythmus, bei dem jeder mit muss, sorgten die „Black Pipers“, die Musikkapelle Steinbach, das Möfelder Ortsdüdel und jede Menge Beschallungsanlagen auf den einzelnen Wagen. Ach ja, geregnet hat es auch, obwohl es eigentlich trocken blieb. Bonbons in rauen Mengen prasselten auf die Besucher am Straßenrand hernieder.

Info: Weitere Bilder vom Faschingsumzug in Mondfeld gibt es im Internet unter fnweb.de in einer Bildergalerie.