Wertheim

Geburtstag Thomas Kraft, ehemaliger Ortsvorsteher und engagierte Kommunalpolitiker, wird 60

Für die SPD in Stadt und Kreis sehr aktiv

Urphar.Angst? Nein, Angst davor hat Thomas Kraft nicht. „Aber ein Einschnitt ist es doch“, wenn er morgen seinen 60. Geburtstag feiert. Schließlich beginne damit das Jahrzehnt, in dem absehbar das berufliche Engagement ende. „Und das ist dann schon eine Zäsur.“ Über sein ehrenamtliches, in dem Fall kommunalpolitisches, Engagement sagt Kraft, seit 2004 Mitglied im Kreistag des Main-Tauber-Kreises, er habe für sich noch nicht entschieden, ob er im kommenden Jahr für eine weitere, dann vierte, Wahlperiode kandidieren werde.

Am 5. August 1958 in Würzburg geboren, ist Thomas Kraft in Bettingen aufgewachsen. Seit dem 17. Juni 1984 wohnt er in Urphar. Das Datum weiß er deshalb noch so genau, „weil wir hier eingezogen sind und ich dann gleich mit dem DRK ausgerückt bin zum Hochwassereinsatz in Königheim“.

Dem Schulbesuch folgte eine Ausbildung zum Industriekaufmann beziehungsweise Industriefachwirt und eine Tätigkeit bei der Firma Brand. 1982 stieg er dann bei der Deutschen Angestellten Krankenkasse, heute DAK-Gesundheit, ein. Sein Karriereweg führte ihn von Wertheim über Künzelsau, Heidelberg und Frankfurt bis nach Düsseldorf, wo er als Leiter des Vertriebsgebiets West für Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und das Saarland zuständig ist und unter anderem Verantwortung für mehr als 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter trägt.

„Die Familie muss das alles mittragen“, ist sich Kraft bewusst und beteuert, „ich habe nie einen Schritt gemacht, ohne dass meine Frau Brunhilde damit einverstanden war“. Seit 1979 sind die beiden verheiratet, haben drei Kinder und zwischenzeitlich acht Enkel.

„Erste demokratische Gehversuche“ machte der Jubilar ab 1974 in der Jugendgruppe Lindelbach und ab 1976 in der Industriegewerkschaft Chemie, Papier, Keramik. Ausgelöst durch den Oberbürgermeisterwahlkampf zwischen Amtsinhaber Karl Josef Scheuermann und Herausforderer Stefan Gläser trat er im August 1981 in die SPD ein. „Vorher hatte ich kein Interesse an der Kommunalpolitik“, bekennt Kraft. Seither war er, bis zum März dieses Jahres, in verschiedenen Funktionen immer Mitglied im Vorstand des Ortsvereins beziehungsweise des Kreisverbandes, zeitweise auch gleichzeitig. Von 1997 bis 2002 war er Vorsitzender des Ortsvereins Wertheim. Sanierung der eigenen Brunnen oder Anschluss an die Bodenseewasserversorgung, die Auseinandersetzung um den Bau der „Schlossbergkaverne“ und deren Nutzung als Zivilschutzanlage, vor allem aber auch der Kampf um den Erhalt des Kindergartens in Urphar – das waren die Gründe für Thomas Kraft, sich auf kommunalpolitischer Ebene zu engagieren. So kandidierte er erfolgreich 1989 für den Ortschaftsrat in Urphar, 1994 für den Wertheimer Gemeinderat und 2004 für den Kreistag. Von 1994 an bis 2009 war er Urpharer Ortsvorsteher.

Aus dem Gemeinderat, wo er von 2003 an Fraktionsvorsitzender der SPD war, schied er 2007 auf eigenen Wunsch aus. So ist das Mandat im Kreistag – seit 2014 bis März dieses Jahres als Fraktionsvorsitzender der Sozialdemokraten – das letzte verbliebene. Hinter dem damaligen Bürgermeister von Lauda-Königshofen, Ottmar Heirich, trat Kraft 2001 als Zweitkandidat bei der Landtagswahl an, zwei Jahre später kandidierte er gegen den späteren Sieger Stefan Mikulicz um das Amt des Wertheimer Oberbürgermeisters und weitere zwei Jahre später folgte die Kandidatur zum Bundestag.

Für sein Engagement, zu dem auch die Mitgliedschaft in zahlreichen Vereinen gehört, wurde er vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit der Wertheimer Stadtmedaille in Silber.

Zu seinem morgigen Geburtstag, den er im Kreis der Familie feiern will, werden ihn viele Glückwünsche erreichen. Diesen schließen sich die FN gerne an. ek