Wertheim

Leserbrief Zu „Hardrock wird von der Burg verbannt“

Gefühl des Fremdschämens

Archivartikel

Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt (Roland Kaiser ): Mit einem Liedtext diesen Brief zu beginnen erschien mir gar passend.

Ich habe irgendwie ein anderes Verständnis von Demokratie und dachte immer, diese beinhaltet einen Mehrheitsbeschluss oder zumindest keine Entscheidung, die gegen die Mehrheit gefällt wird.

Leider ist es ja schon soweit gekommen, dass dies wohl nicht der Fall ist, genauso wenig wie ein offenes Gespräch? Leider wird das wohl erst der Anfang sein, zeigt doch die Zeit,wenn kleinbürgerlich denkende Intolerante einmal Recht bekommen (siehe auch Lauda), brauchen sie dieses zur Machtgefühlaufrechterhaltung stetig.

Solch ein Verhalten lässt das Gefühl des Fremdschämens aufkeimen, wollen wir doch eigentlich alle nur dasselbe. Verständnis und ein Miteinander.

Wie der Leserbrief von Herrn Hagelstein aus Wertheim schön zeigt, geht es auch anders, anscheinend jedoch nicht bei uns am schönen Main, sondern in Buchenbach musst du dafür zu Hause sein.

Also aufgepasst, ihr Camper, ihr Kreuzfahrer, ihr Spielplatzbesucher, ihr Fußballspieler, ihr Humoristen, ihr Glücklichen, ihr Lebenden, ihr Toleranten, ihr Kreativen, ihr Familien, und all ihr, die ihr mit offen Ohren und Augen durch die Welt geht: Psstt , immer schön leise am Main.

So werden wir wohl dieses Jahr auch das Quätschichfest in Stille und mit leise begleitenden gefühlvollen Klängen von Musik erleben, denn wir wollen ja keine gesundheitlichen Schäden an unseren Bürgern provozieren.

Und sollte doch das ein oder andere Liedgut den Weg über den Main und die Burg finden, so wünsche ich uns allen, dass wir nicht nur Toleranz zeigen, sondern Akzeptanz.

Denn auch die vielgelobte Toleranz ist nicht gleichzusetzen mit der ehrlicheren Akzeptanz. Beenden möchte ich diesen Brief auch mit einem Liedtext und sage es mit den Zeilen: „Es ist und bleibt die Toleranz, der Schöpfungskrone Talmiglanz. Sie ist beinahe und doch nicht ganz, wie das schwächste Glied von einem Kranz“ (EAV).