Wertheim

VHS-Film Maria Magdalena rückt in den Mittelpunkt

Gegen alle Anfeindungen

Archivartikel

Wertheim.Das Roxy-Kino zeigt am heutigen um 18.15 Uhr und am morgigen Mittwoch um 20.30 Uhr „Maria Magdalena“. Diese Woche erzählt der „VHS-Film“ die faszinierende Geschichte der Frau, die als weiblicher Apostel Jesus bei seiner Passion begleitete.

Maria Magdalena ist eine rätselhafte Figur der christlichen Geschichte. Von den Evangelisten bereits als Begleiterin Jesus und Zeugin seiner Auferstehung erwähnt, erscheint sie doch oftmals in Texten lediglich als Randfigur.

In „Maria Magdalena“ erzählt der Regisseur Garth Davis nun ihre Geschichte. Diese beginnt, als Maria als junge Frau verheiratet werden soll. Ihre Familie schätzt und liebt sie, auch wegen ihres großen Einfühlungsvermögens – und dennoch ist es ab einem gewissen Alter für eine Frau unnatürlich, nicht Ehefrau und Mutter zu sein. Maria wehrt sich gegen dieses Schicksal. Sie spürt, dass Gott sie zu etwas anderem berufen hat. Vor allem, seit sie Jesus begegnet ist, der seit einiger Zeit in ihrem Dorf predigt. So reißt sie sich von ihrer Familie los und folgt Jesus und seinen anderen Weggefährten, den Aposteln. Doch obwohl Jesus der jungen Frau von Anfang an vertraut, begegnen ihr die Apostel mit Argwohn.

Die Geschichte von „Maria Magdalena“ ist nicht nur das Porträt einer ikonischen Bibelfigur, sondern vor allem auch die inspirierende Geschichte einer starken Frau, die sich gegen die Konventionen ihrer Zeit auflehnt und ihren Platz an der Seite Jesus findet – entgegen allen Anfeindungen und Zweifeln.

Die Besetzung mit Joaquin Phoenix als Jesus ist hochkarätig, doch es ist Rooney Mara, die den Film und die darin erzählte Passionsgeschichte trägt. Ihre Maria Magdalena ist eine Gestalt, die geprägt ist von Sanftheit und Ruhe. Zusammen mit einer Kamera, die die atemberaubende Landschaft in Szene setzt und einer erzählerischen Genauigkeit ist „Maria Magdalena“ damit ein gelungenes Drama, welches der biblischen Passionsgeschichte nicht nur einen neuen Aspekt hinzufügt, sondern auch einer dafür wichtigen Figur den Respekt zollt, der ihr bisher verwehrt blieb. Der Film ist frei ab zwölf Jahren. uf