Wertheim

Amtsgericht Junge Frau wegen schweren Diebstahls verurteilt

Geld aus Kasse eingesteckt

Archivartikel

Wertheim.Eine junge Frau aus Wertheim besuchte häufig einen Supermarkt auf dem Reinhardshof, wo sie früher selbst arbeitete. Sie lenkte ehemalige Kolleginnen ab und konnte so bei neun Gelegenheiten insgesamt mehrere Tausend Euro aus deren Kasse entwenden. Die Frau arbeitete inzwischen in einem anderen Markt als Kassiererin. Zwei Mal steckte sie dort von den Tageseinnahmen Geld in die eigene Tasche und deponierte einen entsprechend geringeren Betrag im Tresor.

Wegen Diebstahls in besonders schwerem Fall in neun Fällen sowie veruntreuender Unterschlagung in zwei Fällen verurteilte das Amtsgericht Wertheim die Frau zur Gesamtfreiheitsstrafe von acht Monaten. Es setzte sie gegen Zahlung einer Buße von 650 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zur Bewährung aus und bestimmte nach § 73 Strafgesetzbuch die Einziehung des Gesamtschadensbetrags von 7442 Euro.

Die Taten ereigneten sich im Zeitraum von Mai bis Juli 2018. Dann kam die Anzeige des Marktes, in dem die Beschuldigte arbeitete. Bei einer Wohnungsdurchsuchung beschlagnahmte die Polizei ihr Handy. Die Auswertung zeigte Nachrichten an ihren damaligen Freund mit dem Text „Ich habe jetzt wieder Geld“ und Fotos mit Euroscheinen.

Kurz darauf erfolgte die Anzeige des Marktes auf dem Reinhardshof. Bei der Getränkemarktkasse waren Leergutrücknahmen im dreistelligen Eurobereich verbucht. Zunächst gerieten die jeweiligen Kasseninhaberinnen in Verdacht, doch diese stritten die Tat vehement ab. Dann kam man darauf, dass bei jedem Vorfall die Angeklagte im Markt war.

Nach Überzeugung der Polizei beobachtete sie, wie die ehemaligen Kolleginnen den Kassenzugangscode eingaben. Wenn diese kurzzeitig einer anderen Beschäftigung nachgingen, buchte die Beschuldigte eine Leergutrücknahme und steckte das entsprechende Bargeld ein.

In der Verhandlung zeigte sich die Angeklagte wortkarg aber geständig. Nicht herauszubekommen war das Motiv, und ob ihr damaliger Freund von den Taten profitierte. Bei der Polizei hatte sie geäußert, sie habe das Geld ausgegeben. Zwei Zeugen vom Markt auf dem Reinhardshof sagten, dreistellige Leergutrücknahmen kämen nicht vor. Es falle abends aber zunächst nicht auf, ob 800 oder 1000 Euro in der Kasse seien. Der Staatsanwalt sprach von hoher krimineller Energie und dem Ausnutzen von Bekanntschaft und Freundschaft zu ehemaligen Kolleginnen. Das Gericht bestimmte einen Bewährungshelfer. Er sei die geeignete Person zur Aufarbeitung der Hintergründe, wie eine junge Frau dazukomme, sich so viel Geld unberechtigt anzueignen. goe