Wertheim

Ortschaftsrat tagte Haushaltsmittel für 2019 angefordert / Illegale Ablagerungen von Grünabfällen sorgen für Unmut

Gemeindezentrum und Wehr auf Platz 1

Archivartikel

Die Haushaltsmittelanforderungen für 2019 standen bei der Sitzung des Ortschaftsrats Reicholzheim im Fokus. Auf Platz eins der Liste stehen Gemeindezentrum und Feuerwehrhaus.

Reicholzheim. Nicht zum ersten Mal stehen die Sanierung des Gemeindezentrums und der Umbau der Räume der Feuerwehr ganz oben auf der Wunschliste. Wie Ortsvorsteher Sebastian Stum erklärte, stehen die aktuell laufenden Maßnahmen kurz vor dem Abschluss. Der Austausch der Fenster des Gemeindezentrums sei erfolgt, die Dachsanierung sei in den letzten Zügen. Bedauerlicherweise habe es 2018 keine Fördermittel des Landes Baden-Württemberg für weitere Umbaumaßnahmen am Gebäude gegeben.

Diese wurden nun erneut für den Haushalt 2019 beantragt. Es handelt sich um den Umbau des großen und kleinen Sitzungssaals. Aus dem kleinen Sitzungssaal sollen die Räume der Ortsverwaltung werden. Damit würde diese barrierefrei erreichbar sein.

Neue Fahrzeuge

Im Feuerwehrhaus soll ein neuer Versammlungsraum und Platz für die Jugendfeuerwehr geschaffen werden. Zudem erhofft man sich den Einbau neuer Tore, die bereits auf die neuen Fahrzeuge ausgelegt sind. Voraussichtlich werde die Feuerwehr Reicholzheim neben einem neuen Löschfahrzeug einen zusätzlichen Mannschaftstrasportwagen erhalten, so Sturm. Die Anschaffung sei für die Jahre 2021/22 geplant.

Auf Platz zwei der Anforderungsliste setzten die Räte eine neue Teerschicht für den Weg „Erbswiesen“. Auch dieser Punk steht schon seit Jahren in den Mittelanforderungen des Dorfs.

Auf dem dritten Platz folgen die Straßenlaternen im unteren Bereich „Am Felder“ sowie die Umrüstung der dort stehenden Überhang- in eine Mastleuchte.

Gewünscht hatte man sich, dass der Austausch der Überhangleuchte bereits mit dem Verlegen der Kabel für den DSL-Ausbau erfolgt, da die Straße dafür sowieso aufgegraben war. Dies klappte aber nicht. Hinzu kommt, dass im gesamten Bereich bisher nur eine Leuchte vorhanden ist. „Zwei Straßenlaternen sollten es mindestens sein“, waren sich die Räte einig.

Einmütig stimmte das Gremium dem Neubau eines Wohnhauses im Zäunenweg zu. Das Grundstück liegt im Altort und Sanierungsgebiet. „Schön ist vor allem, wenn so eine junge Familie im Ort bleibt“, wurde betont. Sehr positiv sah man auch, dass im Altort somit eine Baulücken geschlossen werde.

Ebenso keine Einwände hatten die Räte gegen die Nutzungsänderung von Wohnraum in der Straße „Zu den Kreuzen“ zu einem Verkaufsraum von Stoffen und selbstgenähter Kinderkleidung.

Der Ortsvorsteher informierte über den Zeitplan der Brückensanierung und Maßnahmen an der Bahnstrecke im Dorf. Am 17. September habe ihm das Straßenbauamt des Main-Tauber-Kreises die geplante fünfwöchige Sperrung der Tauberbrücke informiert. Dabei sei klar geworden, dass die Behörde nicht über die vorgesehene Sperrung des Bahnübergangs in den Herbstferien informiert gewesen sei. Doch Brücke und Bahnübergang sollten nicht gleichzeitig gesperrt sein. Es folgte eine erneute Zeitabstimmung. So wurde die Maßnahme an der Tauberbrücke vorgezogen. Sturm: „Da das Ganze kurzfristig erfolgte, konnte nicht frühzeitig über die Sperrung informiert werden.“

Nach der Bauphase wird eine Trocknungsphase für die Brücke nötig sein. Die Sperrung soll bis zum 26. Oktober erfolgen. Für Fußgänger ist die Brücke nutzbar. Die Räte hofften, dass die Brücke dann wieder 20 Jahre und mehr hält.

Mitte Oktober beginnt die Westfrankenbahn mit der Sanierung des Bahnsteigs in Form einer Nachtbaustelle. In den Herbstferien erfolgen dann die Arbeiten am Bahnübergang. Dazu wird dieser ab dem 28. Oktober gesperrt. Für die Industrie und die Anwohner komme es durch die Sperrungen zu Einschränkungen, so der Ortsvorsteher: „Wir hoffen, dass das Wetter hält und die Arbeiten gut vorankommen.“

Verärgert zeigte sich Sebastian Sturm darüber, dass in der Landschaft rund um die Ortschaft immer wieder Grünabfälle illegal abgelagert werden. Besonders Schlimm sei es im Weinberg „First“. Inzwischen habe man Verbotsschilder aufgestellt. Sturm rief die Bürger dazu auf, sich an das Verbot zu halten und Verstöße zu melden.

Ärgerlich und zugleich ein Sicherheitsrisiko sei die regelwidrige Nutzung des Landwirtschaftswegs am Weinberg „First“, fuhr der Redner fort. Dieser werde verbotenerweise als Durchgangsstraße genutzt. Dabei seien die Fahrer zudem mit sehr hoher Geschwindigkeit unterwegs.. Auch hier hat man neue Verbotsschilder aufgestellt. Und so Stirm: „Es wird Kontrollen geben.“

„Seniorennachmittag im Stern“

In der Sitzung eingeladen wurde zum ersten Reicholzheimer Seniorennachmittag im alten Gasthaus „Stern“ am Montag, 8. Oktober, ab 14 Uhr. Gemäß der Satzung der Stiftung von Franz Köhler soll die ehemalige Gaststätte als Altersbegegnungsstätte genutzt werden (wir berichteten). Bei dem ersten Seniorennachmittag steht das „Reicholzheimer Frevelbuch“ von 1930 bis 1936 im Mittelpunkt. Darin haben die damals tätigen Feldhüter Verfehlungen in der Gemeinde festgehalten und die verhängten Strafen aufgelistet. bdg