Wertheim

Ortschaftsrat I Bauantrag für Ersatzneubau der Wildbachhalle beraten / Arbeiten für Dusch- und Umkleidetrakt sollen im Herbst beginnen

Gemeinsame Anstrengung aller nötig

Archivartikel

Die Arbeiten zum Ersatzneubau der Wildbachhalle stehen kurz vor dem Beginn. Über die genauen Pläne für den neuen Umkleide- und Duschtrakt informierte der Bauleiter Ernst-Paul Kolbe.

Nassig. „Wir haben eine ganze Weile darauf hingearbeitet“, erklärte Ortsvorsteher Volker Mohr am Mittwoch in der Sitzung des Ortschaftsrats Nassig zum aktuellen Stand des Neubaus der Wildbachhalle. Am Mittwoch stimmte das Gremium im baurechtlichen Verfahren dem Bauantrag der Stadt Wertheim einstimmig zu. Damit wurde eine weitere formale Hürde genommen.

Die Planungen für den Ersatzneubau wurde vom städtischen Bauamt unter Leitung von Christian Melzer erstellt. Mit der Baubegleitung hat die Verwaltung das Ingenieurbüro Simny und Kolbe aus Würzburg beauftragt. Mit dessen Architekten wird die Ortsverwaltung auf der Baustelle zusammenarbeiten und sich abstimmen.

Eigenleistungen entscheidend

Die Realisierung des neuen Umkleide- und Duschtrakts soll noch in diesem Jahr beginnen. Wie Mohr erläuterte, wird der Sportverein zuvor die Baufläche freimachen und das das Baufeld richten. Dazu wird die bestehende Garage mit integriertem Grillstand versetzt.

Konkretisiert ist auch schon der Zeitplan für die ersten Gewerke unter anderem Erdarbeiten und Zimmererarbeiten. Die Ausschreibungen dazu werden nun erfolgen. Die Vergaben sind im Bauausschuss am 5. Juli geplant. Die Errichtung der Bodenplatte und Entwässerung erbringt die Ortschaft in Eigenleistung.

In der Sitzung informierte Bauleiter Ernst-Paul Kolbe ausführlich über den Neubau des Duschtrakts und erläuterte diesen mit Hilfe der Baupläne sowie eines Modells. Das Gebäude umfasst eine Länge von 24 Metern und eine Breite von 9,70 Metern. Er wird zwei Sportlerumkleiden mit Duschräumen und Toiletten sowie eine Schiedsrichterkabine, ebenfalls mit Dusche und Toilette, haben. Zudem sind ein Lager und ein Technikraum integriert.

Das eingeschossige Gebäude wird als tragende Massivholzkonstruktion errichtet. Die tragenden Wände sollen zehn Zentimeter dick sein, die Decke 14 Zentimeter. Das Gebäude wird ein Flachdach mit Gefälledämmung erhalten. Insgesamt wird man auf eine sehr gute Wärmedämmung und somit Energieeffizienz setzen. So umfasst die Außendämmung eine Dicke von 24 Zentimetern. Außen erhält der Bau eine Holzverschalung. Die sichtbaren Flächen im Inneren werden in geschliffenem Fichtenholz ausgeführt. Die Regenentwässerung des Dachs erfolgt Richtung Wiese über zwei Leitungen in die Grundleitung.

Zum Zeitplan sagte Kolbe: „Sobald das Baufeld frei ist, können die freiwilligen Helfer mit dem Aufbau der Bodenplatte beginnen.“ Der Aufbau des Duschtrakts wird voraussichtlich im Herbst starten und bis Mitte 2019 abgeschlossen sein.

Mohr stellte eine Liste an möglichen Eigenleistungen vor. Dazu gehörten neben der Bodenplatte, der Pflasterabbruch im Gebäudebereich, die Kiesleiste um das Gebäude Schreinerarbeiten an der Außenverkleidung, sowie an der Inneneinrichtung wie Garderobenleisten und Massivholztüren, Trockenbauarbeiten sowie Maler- und Lackierarbeiten. Eventuell wird man sich bei Fliesen- und Plattenarbeiten, Elektroarbeiten, sowie den Gas-, Wasser-, und Sanitärarbeiten einbringen.

Im Dorf spreche man nun mit Personen und Firmen, um deren Bereitschaft zur Mithilfe zu konkretisieren. „Alle Eigenleistungen am Ersatzneubau der Wildbachhalle, auch die am Duschtrakt, sind durch die gesamte Ortschaft und nicht durch den Sportverein zu erbringen“, betonte der Ortsvorsteher. Es handle sich um eine gemeinschaftliche Nutzung in jeder Hinsicht.

Von einem Bürger wurde Kritik für den hohen Anteil an Eigenleistungen von Anfang an vorgetragen. Es scheine so, als baue die Ortschaft die Halle, dabei sei die Maßnahme Sache der Stadt. Mohr widersprach dem: „Ich interpretiere es nicht so, dass die Last auf der Ortschaft liegt.“

Er erinnerte daran, dass die Stadt drei Millionen Euro für das Projekt bereitstellt und abgeschlossene Planungen liefert. Man befinde sich aktuell in der Phase, in der man sondiere, was in Eigenleistung möglich ist. Diese werde in enger Verzahnung mit Stadt und Profigewerken erfolgen. Man habe mit den Vereinen gemeinsam festgelegt, was man übernehmen könne. Es gebe Fachleute für die einzelnen Gewerke im Ort.

Sowohl Bauleiter Ernst-Paul Kolbe als auch der städtische Planer Christian Melzer betonten, die Arbeiten der freiwilligen Helfer intensiv zu begleiten und unterstützen. „Ich bin begeistert, wie sich die Ortschaft einbringt“, lobte Melzer.

Insgesamt wurde deutlich gemacht, dass Baumaßnahmen dieser finanziellen Größenordnung nicht mehr so einfach realisierbar sind und wie wichtig Eigenleistung dafür ist. „Das Projekt ist mit den Bar- und Eigenleistungen der Ortschaft kalkuliert“, sagte Mohr. Erfreut zeigte er sich darüber, dass die Stadtwerke die Nahwärmeversorgungsanlage aus Pelletheizung und Solarthermie realisiert – auch wenn sich weniger Bürger als geplant für einen Anschluss entschieden haben.

Die Anlage wird neben Halle, Duschtrakt und Sportheim auch acht Hausbesitzer in den Gassenhäuser versorgen. Im Rahmen der Verlegung der Wärmeleitungen werden die Stadtwerke auch die Strom- und Wasserleitungen in der Straße erneuern sowie alle Hausanschlussleitungen. Die Bürger werden hierzu schriftlich informiert.