Wertheim

Galerie ART-isotope Ausstellung mit Bildern von Eberhard Bitter im Neuen Archiv eröffnet

Geprägt von einer markanten Handschrift

Wertheim.Es ist ein besonderer Ort für eine besondere Ausstellung: Am Donnerstag eröffnete im Neuen Archiv der Wertheimer Burg die Ausstellung der Galerie ART-isotope von Axel Schöber. Zu sehen sind Malereien und Zeichnungen des Künstlers Eberhard Bitter.

Wie Schöber im Gespräch mit den FN erklärt, bieten ihm die Räumlichkeiten auf der Burg neue Möglichkeiten. So kann er dort auch Großformate mit über zwei Metern ausstellen, die Teil der malerischen Identität von Bitter seien, aber nicht in die vorherige Galerie gepasst hätten. Außerdem böten die Räume Platz für eine besondere Tanz-Zeichen-Performance.

40 Werke

Zu sehen gibt es rund 40 Werke Bitters, einerseits Zeichnungen in einer Mischtechnik aus Tusche, Grafit und Acrylfarben, andererseits Gemälde mit Ölfarbe auf Leinwand. Alle zeichnen sich durch einen expressiven Malstil aus. Neben den Kunstwerken von Bitter sind einige kleinere Objekte anderer Künstler zu sehen. So wird die Ausstellung durch 3D-Drucke von Teilen des Engelsbrunnens ergänzt, die Marcel Börlin erstellt hat.

"Herr Bitter, sie setzen mit dieser Ausstellung für uns in Wertheim einen besonderen Punkt", lobte der stellvertretende Oberbürgermeister Bernd Hartmannsgruber in seinem Grußwort. Die Kunst habe in Wertheim viele Facetten. Die historischen Mauern des Neuen Archivs geben den Kunstwerken einen außergewöhnlichen Rahmen. Der Ausblick von dort oben auf die Stadt und die zwei Flüsse sei früher wie heute fantastisch. "Fantastisch sind in den nächsten vier Wochen aber auch die faszinierenden Einblicke in und auf die Werke von Eberhard Bitter." Weiter griff er die Äußerung einer Besucherin auf. Die Ausstellung in den Räumen der Burg sei eine Harmonie von Alt und Neu. Künstler und Galerist wünschte Hartmannsgruber, dass viele Kunstbegeisterte den Weg in die Ausstellung finden und es den Betrachtern gelinge, die Seele der Welt in diesen Exponaten zu entdecken und auf sich wirken zu lassen.

Burg- und Innenstadtmanager Christian Schlager freute sich darüber, dass Schöber den Künstler eingeladen hatte. "Es hat sich auf den ersten Blick erschlossen, dass das hier etwas Wunderbares ist, was auf die Zukunft weist." So will man das Konzept mit Ausstellungen im Neuen Archiv 2018 weiter verfolgen.

Schöber schwärmte in seiner Ansprache von der Offenheit, Freundlichkeit und direkten Ansprache, die er in den Monaten, seit er in Wertheim wirkt, erlebt habe. Dank sprach er neben dem Stadtmarketingverein vor allem dem Hausmeister der Burg aus, der nicht nur die Bilder nach oben geschleppt, sondern sie auch mit sehr viel Liebe und Akkuratesse montiert habe. Lob hatte er für Schlager, dieser sei ein kreativer und engagierter Kopf.

Zu Bitter erklärte er, dieser habe vor 30 Jahren begonnen als freischaffender Künstler zu arbeiten. "Ich fand es sehr passend ihm für diese Jubiläumsausstellung etwas Besonderes zu bieten und das habe ich hier gefunden."

Eine ausführliche Einführung in die Kunst Bitters gab Gunter Schmidt aus Tauberbischofsheim. Bitter sei im Bereich der gegenständlichen Motivwelt zu Hause. Es sei eine naturalistische Grundlage, von der der Künstler ausgehe aber kein Idyll. Das hohe Niveau seines Könnens sei offensichtlich. Bitters Werke seien geprägt von einer markanten individuellen Handschrift. "Mit kraftvoller Energie prägt er Dingen seinen Stempel auf und schafft Ausdruck." Das sei der Moment, wo Können zu Kunst werde. Der Künstler dynamisiere alles, was möglich sei: "Form, Gestik, Malprozess". Er verwies auf die Farbschichten, die sich durchdringen und zu farbverwandten Zonen verschmelzen, sich aber auch abstoßen und so abgrenzende Segmente bilden. Diese betonte der Künstler gelegentlich durch zusätzliche Linienakzente. Symbolisch verstanden könne man diese Untergliederung als Spannungslinien verstehen, die aus dem Inneren der Figur kommen. Hauptthema ist der Mensch, vielfach in Gruppen.

"Die Figuren scheinen miteinander zu agieren, in einer Mischung aus erotischem Kampf und einer Suche nach dem richtigen Weg." Sie erinnern an einen meditativen Tanz. Rhythmische Bewegungen seien auch Inspiration für den Künstler. "Was er daraus macht, ist mehr als akademische Zeichenstudien", er reagiere auf die Bewegungen, spüre den Grundrhythmus nach und setze ihn in Zeichenschrift und Bildkomposition um.

Tanz-Zeichen-Performance

Höhepunkt der Vernissage war eine Tanz-Zeichen-Performance mit dem Duo Conimpro aus Würzburg (Esther Regler und Marcus Baierlein). Während diese beeindruckende Bewegungen zeigten, saß Bitter an einem Tageslichtprojektor davor und setze diese in Zeichnungen um. Die beeindruckenden Bilder, die dabei entstanden, waren nicht nur auf der Leinwand dahinter zu sehen, sondern teils auch auf den weißen Kleidern der Tänzer. So verschmolzen Bewegung und Kunst zu einem Ganzen.

Die Ausstellung ist noch bis 15. Oktober in den Räumen des Neuen Archivs zu sehen. Sie ist Mittwoch bis Sonntag jeweils von 11.30 bis 16.30 Uhr und vor Abendveranstaltungen auf der Burg geöffnet. bdg