Wertheim

Beim Amtsgericht verhandelt Keine vorsätzliche Unfallflucht

Gericht spricht Sprinter-Fahrer frei

Wertheim.Bei der Abfahrt von der Spessartbrücke kam es im Juni 2018 zum Zusammenstoß zwischen einem Mercedes Sprinter und einem PKW. Der Sprinter fuhr weiter, und der Fahrer verantwortete sich jetzt beim Amtsgericht Wertheim wegen unerlaubten sich Entfernens vom Unfallort. Nach der Beweisaufnahme kamen Staatsanwaltschaft zum Ergebnis, es fehle an der Sicherheit, dass der Schreiner aus dem Kreis Miltenberg den Streifkontakt bemerkte. Die Richterin schloss sich an, und sprach den 59-Jährigen frei.

Linksverkehr staute sich

Der Unfall ereignete sich nach der Brücke, wo sich nach der Linkskurve und vor der Kreuzung mit Ampel die Einzelspur auffächert in geradeaus, links und rechts. Der Linksverkehr Richtung Bestenheid staute sich damals, und Fahrer, die geradeaus Richtung Eichel wollten, überholten rechts und strebten zur mittleren Spur. So auch Sprinter und PKW, und dabei geschah der Unfall.

Am Sprinter, einem Firmenwagen, entstand rechts vorn eine „kleine Delle“, die „heute noch drin“ ist. Die Reparatur am linken hinteren Radkasten des PKW hätte mehr gekostet als die 1200 Euro, die der Wagen wert war. Damit handelte es sich um wirtschaftlichen Totalschaden. Bezüglich des Grads der Schuld einigten sich die Haftpflicht-Versicherungen auf je 50 Prozent, und so bekam der PKW-Fahrer 600 Euro.

Aussage führt zu Strafverfahren

Die Wertheimer Polizei konnte die genaue Unfallstelle nicht ermitteln. Sie befragte beide Beteiligten, und der Sprinterfahrer äußerte, er habe vor Ort zu seiner Beifahrerin gesagt, „der hupt, als hätte ich ihn berührt“. Der Satz führte zum Strafverfahren, und dabei ging es nicht um die Schuld am Unfall, sondern darum, ob der Sprinterfahrer den Zusammenstoß bemerkte. Dieser trug in der Verhandlung vor, hinter und neben ihm seien Fahrzeuge gewesen. Eines habe gehupt, und er im rechten Außenspiegel gesehen, dass ein PKW stehen blieb. Er habe gedacht, der habe den Motor abgewürgt. Einen Streifvorgang habe er nicht bemerkt. Der PKW-Fahrer dagegen sprach von einem kräftigen Ruck.

Die Staatsanwaltschaft kam wegen der widersprüchlichen Schilderungen der Beteiligten zum Ergebnis, der Ablauf sei nicht mehr klärbar. Das Gericht betonte, unerlaubtes sich Entfernen vom Unfallort sei eine Vorsatztat, fahrlässige Begehungsweise nicht strafbar. goe