Wertheim

Haushaltsmittelanforderungen Überplanung des Wartbergs auf der Grundlage des „Städtebaulichen Rahmenplans“ gefordert

Gesamtkonzept statt immer nur Kleinklein

Wartberg.Neben dem Wechsel des Stadtteilkoordinators (siehe weiten Bericht) ging es in der Sitzung des Stadtteilbeirats Wartberg am Dienstag um die Haushaltsmittelanforderungen für das kommende Jahr. Diese wurden einstimmig vom Gremium beschlossen.

Gesamtkonzept gefordert

Bei allen detailliert aufgeführten Anforderungen ist es den Gremiumsmitgliedern wichtig, dass die einzelnen Maßnahmen nicht kleinteilig und ohne Bezug zueinander abgearbeitet werden. Vielmehr fordert man die Erstellung eines Gesamtkonzepts unter Berücksichtigung der in den Anforderungen genannten Bereiche.

Dieses Konzept soll die Maßnahmenüber mehrere Jahre sinnvoll koordinieren und so zur positiven Entwicklung des Stadtteils beitragen. So heißt es im Vorwort der Anforderungen: „Entsprechend den Gutachten des Städtebauinstituts Stuttgart beantragen wir die Erstellung eines „Städtebaulichen Rahmenplans“, in dem funktionale, baulich-technische und gestalterische Leitlinien für zukünftige Maßnahmen zur Umgestaltung und Modernisierung des öffentlichen Raums auf dem Wartberg verbindlich festgelegt werden.“ Der Wunsch nach einer Gesamtkonzeption und langfristigen Planung betrifft beispielsweise die Wege und Treppen.

So wurden auf Platz eins und zwei Mittel zur Sanierung der Gehwege und Verbindungswege (Verbindungen zwischen den Stichstraßen und Wohnanlagen) sowie zur Fortsetzung der Sanierung der Treppenanlagen mit Handläufen beantragt. Dabei geht es unter anderem um eine langfristige Planung zum Rückbau von Treppen und zum Schaffen oder erneuern von Kinderwagenrampen. Die Treppen sollen nicht nur von Kinderwagen, sondern auch mit Mülltonnen befahren werden können, denn die bisherige Situation mache den Transport der Tonnen zum Abholpunkt schwierig.

Altersgerechte Wege

Zudem soll ein behindertengerechter Aus- und Neubau des Fußweges und der aktuell maroden Treppenanlage im Berliner Ring vom Fußgängerüberweg bis zum Hauseingang Berliner Ring 14 inklusive Beleuchtungsverbesserung erfolgen. Die Wege müssten sich der veränderten Altersstruktur im Stadtteil anpassen, wurde betont.

Auf Platz drei stehen Mittel für eine Grundsanierung des Berliner Rings und des Salon-de-Provence-Rings. Hier sei man sich mit dem Bauamt einig, dass eine Flickteerung von Schlaglöchern nicht mehr ausreiche, so Beirat Klaus von Lindern.

Großes Thema ist erneut die Verkehrssicherheit und Verkehrsberuhigung. So fahre immer noch ein bedeutender Anteil der Fahrzeuge zu schnell. Zudem habe der Verkehr allgemein und der Schwerlastverkehr im speziellen im Stadtteil massiv zugenommen.

Verkehrsberuhigung

So wurden auf Rang vier Mittel zur Verkehrsberuhigung des Berliner Rings, auch in Verbindung mit der Verkehrsführung zur Rotkreuzklinik, gefordert. Dazu gehören das Aufstellen eines zweiten stationären Geschwindigkeitskontrollgeräts und das Auftragen von Höchstgeschwindigkeitsangaben auf der Fahrbahndecke. Zudem forderte man den früher schon einmal bestehenden Fußgängerüberweg beim Haus Berliner Ring 101 wieder einzurichten. Dieser ist vor einigen Jahren entfernt worden. Der Überweg werde gerade im Hinblick auf die zahlreichen Studenten der Polizeiakademie wichtig.

Punkt fünf der Anforderungen betrifft die Erneuerung von Straßenmarkierungen (Zebrastreifen, Parkplatzmarkierungen, Sperrflächen, Feuerwehrzufahrten). Weitere Mittel wurden für die Fortsetzung des Programms „Lampentausch oder Ergänzung“ sowie zur Verbesserung des Lärmschutzwalles zwischen Halbrunnenweg und L 508 beantragt. In Punkt acht und neun forderte man Mittel für den Ausbau der Bushaltestellen der viel genutzten neuen Stadtbuslinie (Bushäuschen und Anpassung der Bordsteinhöhen) sowie Mittel zum Unterhalt des „Waldpavillons“ am Salon-de-Provence-Ring an.

Auf Vorschlag eines Bürgers nahm man nachrichtlich noch die Mittel für die Sanierung der Ottfried Preußler Schule sowie die Einrichtung des Familienzentrums auf. Diese Mittel sind bereits in der längerfristigen Haushaltsplanung eingestellt. Die Aufnahme in den Anforderungen soll deren Bedeutung unterstreichen.

Raumkonzept steht noch nicht

Ein Bürger fragte in der Sitzung, warum aktuell noch keine Arbeiten zur Sanierung der Schule laufen. Die Stadtteilbeiratsvorsitzende Renate Gassert erklärte, diese können erst starten, wenn das Raumkonzept stehe. Aktuell sei man in den Verhandlungen betreffs einer Raumnutzung der Schule im Kirchenzentrum.

Ein weiteres Bürgeranliegen betraf die Parksituation an den Bungalows „Auf der Höhe 1 bis 32“. Früher waren sie „Altenwohnungen“ für ein bis zwei Personen, heute leben in ihnen Familien mit einem oder gleich mehreren Pkw. Der Bürger wollte wissen, ob man intensiv geprüft habe, wie dort zusätzliche Parkmöglichkeiten geschaffen werden können.

Gassert antwortete, bei einem Vor-Ort-Termin habe man festgestellt, dass die Bewohner der Häuser verteilt im Stadtteil parken müssen. Parken sei in allen Straßen des Wartbergs, aber auch in allen anderen Stadtteilen, ein großes Thema. Für die Bewohner der Bungalows sehe man keine Lösung für das Parkproblem. Von einem weiteren Bürger wurde angeregt, die Hausverwaltungen mehr in die Pflicht zu nehmen, um Parkmöglichkeiten zu schaffen. „Das Thema Parken muss Teil der Großüberplanung des Stadtteils sein“, so Gassert. Dabei müsse man aber auch den Erhalt von Grünflächen im Auge behalten. bdg