Wertheim

Nachruf Langjähriger Kembacher Ortsvorsteher und SPD-Gemeinderat Horst Hemmerich gestorben

Geschicke des Heimatorts lange gelenkt

Kembach.Aktiv bleiben, Kontakte pflegen, sich in die Dorfgemeinschaft einbringen – das war stets sein Motto. Am Sonntag ist der langjährige Kembacher Ortsvorsteher und Ehrenbürger Horst Hemmerich 83-jährig verstorben.

Geboren wurde er am 21. Dezember 1934 als Sohn des Schreinermeisters Hermann Hemmerich und dessen Frau Ottilie. Nach dem Schulbesuch erlernte er in Wertheim das Elektro- und Installationshandwerk.

Doch die schlechten Arbeitsbedingungen in der Heimat zwangen ihn 1953 fort. Zwei Jahre später trat er in den Dienst der Firma Siemens, legte 1959 die Meisterprüfung ab, und blieb dem Unternehmen treu, bis er 1993, inzwischen als Fernmelderevisor in Würzburg tätig, in den Ruhestand ging.

Das Feld, auf dem er sich so viele Verdienste um seinen Heimatort erwarb, dass man ihn schließlich zum Ehrenbürger ernannte, betrat Horst Hemmerich 1971. In diesem Jahr wurde er erstmals in den Gemeinderat des damals noch selbstständigen Dorfes Kembach und auch gleich zum stellvertretenden Bürgermeister gewählt.

Nach der Eingemeindung vertrat Hemmerich, der seit über 40 Jahren der SPD angehört, Kembach bis 1975 im Wertheimer Gemeinderat. In diesem Jahr trat er auch die Nachfolge von Altbürgermeister und Ortsvorsteher Andreas Weimer an.

Fast ein Vierteljahrhundert lang lenkte der Jubilar bis zu seinem selbst gewählten Rückzug 1999 maßgeblich die Geschicke seines Heimatortes. Er lernte dabei, wie er einmal erzählte, als die Kembachtalhalle errichtet wurde, das Mauern. Und nicht etwa beim Bau des eigenen Hauses, in dem er seit Anfang der 1970er Jahre lebte. Seine Frau verstarb bereits vor einigen Jahren nach langer, schwerer Krankheit.

Über den Schicksalsschlag halfen ihm seine Kinder und Enkelkinder hinweg – und seine Lebensmaxime, aktiv zu bleiben. Etwa bei den regelmäßigen Wanderungen in der Gruppe, immer mittwochs, immer gut zwei Stunden lang. Dann waren da die Gartenarbeit und die Imkerei, die er nach dem Tod seiner Frau wieder intensiviert hatte. Immerhin 15 Bienenvölker unterhielt er zeitweise und wurde im Jahr 2016 zum Ehrenmitglied des Bezirksimkervereins Wertheim ernannt. red