Wertheim

Am Amtsgericht verhandelt Ohne Fahrerlaubnis unterwegs

Glück im Unglück gehabt

Wertheim.Ein Handwerker aus Wertheim ist vier Mal vorbestraft, vor allem wegen Fahrens eines Pkw ohne Fahrerlaubnis. Er erhielt Geldstrafen und Freiheitsstrafen zur Bewährung. Trotzdem fuhr er erneut ein Auto, und die Bewährungen wurden widerrufen. Der 53-Jährige befindet sich zur Zeit in der Justizvollzugsanstalt Schwäbisch Hall.

Im Mai, noch vor dem Haftantritt, erwischte ihn die Polizei auf der Gemeindeverbindungsstraße Wartberg-Bestenheid. Der Beschuldigte fuhr mit einem Kleinkraftrad mit Versicherungskennzeichen zur Arbeit. Deshalb kam es jetzt zu einem weiteren Verfahren wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis.

Die beiläufige Frage des Anwalts an den Polizisten, der als Zeuge gekommen war, gab dem Fall die Wendung.

Da die Höchstgeschwindigkeit des Kleinkraftrads auf 25 Stundenkilometer gedrosselt war, benötigte der Beschuldigte keine Fahrerlaubnis sondern nur die Prüfbescheinigung einer Fahrschule. Er besaß diese nicht, beging damit aber nur eine Ordnungswidrigkeit, keine Straftat.

Im Hinblick auf die Verurteilungen wegen der genannten Straftaten stellte das Gericht mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft das Ordnungswidrigkeiten-Verfahren nach §154 II der Strafprozessordnung wegen Geringfügigkeit ein.

Der Angeklagte war in der Verhandlung geständig. Er räumte ein, dass ihm „viel geholfen“ wurde, damit er Bewährung bekam. Er habe aber „den Kopf in den Sand gesteckt“ und schließlich in Haft müssen.

Der Polizist hatte auf der Streifenfahrt den Beschuldigten erkannt und sagte jetzt, dieser habe sich nach dem Anhalten kooperativ verhalten. Das Kleinkraftrad sei eingezogen worden. Der Verteidiger erklärte, eine Prüfbescheinigung sei nur bis zu einem bestimmten Lebensalter nötig, das hatte der Mandant noch nicht ganz erreicht. goe