Wertheim

Dorfmuseum Reicholzheim Offizielle Eröffnung / Zahlreiche Interessierte bewundern die vom Heimatverein in jahrelanger Arbeit geschaffene Einrichtung

Große Vielfalt an Schätzen aus dem Alltag

Archivartikel

Viele Interessierte waren dabei, als das Dorfmuseum Reicholzheim eröffnet wurde und bewunderten, was die Helfer des Heimatvereins um den Vorsitzenden Rolf Sommer geschaffen haben.

Reicholzheim. „Heimat ist nicht nur ein Ort, sondern auch ein Gefühl“, sagte Ortsvorsteher Sebastian Sturm am Montagnachmittag und fügte hinzu, dem Heimatverein sei es gelungen, beides zu vereinen. „Mit dem Dorfmuseum finden wir ein Stück Heimat an einem Ort, in unserem Ort.“ Damit dies jetzt möglich ist, haben freiwillige Helfer tausende von Arbeitsstunden in den vergangenen annähernd fünf Jahren investiert.

Beeindruckendes Ergebnis

Das beeindruckende Ergebnis ihres Einsatzes konnte nun erstmals öffentlich bestaunt werden. Im Anwesen des ehemaligen Gasthauses „Stern“ ist eine Einrichtung entstanden, um die viele die Reicholzheimer beneiden dürften.

„Eine große Vielfalt an Schätzen aus unterschiedlichen Bereichen des Alltags kommt im Dorfmuseum zusammen und sorgt dafür, dass Dorfgeschichte nicht verlorengeht“, so Bürgermeister Wolfgang Stein. Er würdigte das „bemerkenswert große Engagement“ der vielen Helferinnen und Helfer um Rolf Sommer, den er später mit der Stadtmedaille in Silber auszeichnete (siehe weiteren Artikel). „Was sie dabei auf die Beine gestellt haben, kann sich wirklich sehen lassen.“

Und die Arbeit ist noch nicht zu Ende. Denn neben dem Dorfmuseum soll in den Räumen der ehemaligen Gastwirtschaft selbst noch ein Begegnungs- und Kommunikationszentrum für die älteren Reicholzheimer entstehen (wir berichteten).

Das Dorfmuseum frische die Vergangenheit neu auf, erklärte Ortsvorsteher Sturm. Jedes Ausstellungsstück habe seine eigene Geschichte, wecke Erinnerungen. „Für uns als Ortschaft ist es etwas ganz Besonderes, so ein Museum zu haben.“

Und für den Heimatverein bedeutet es, eine wichtige Bestimmung seiner Satzung umzusetzen, erinnerte der Vorsitzende Rolf Sommer. Nämlich „die dem Verein anvertrauten Gegenstände (. . .) in geeigneten Gebäuden beziehungsweise Räumen übersichtlich aufzubewahren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen“.

Sommer nutzte zunächst die Gelegenheit, all denen zu danken, die in der Vergangenheit eine Aufbewahrung ermöglichten, in dem sie entsprechende Lagerflächen zur Verfügung stellten. Vor rund sechseinhalb Jahren sei er dann mit Franz Köhler näher in Kontakt gekommen und es habe sich schnell ein von gegenseitigem Vertrauen geprägtes Verhältnis entwickelt, berichtete der Redner. Der Herzenswunsch Köhlers, des Eigentümers des Anwesens Martin-Schlör-Straße 15, sei es, dass dieses in seiner Gesamtheit erhalten wird. Gemeinsam habe man die Möglichkeit erörtert und letztendlich verwirklicht, eine Stiftung zu gründen. „Das war die gedankliche Grundsteinlegung für dieses Museum.“

Anschaulich und eindrücklich schilderte Sommer, wie man dann ans Werk ging, Spuren vergangener Nutzungen beseitigte, den neuen Verwendungszweck vorbereitete. Monatelang sei man nur mit Reinigungsarbeiten beschäftigt gewesen. Gut eineinhalb Jahre habe es gedauert, die Erfordernisse des Brandschutzes zu erfüllen. Zwischendurch und danach ging es an die Einrichtung und Ausstattung.

Der Vorsitzende des Heimatvereins dankte allen Firmen und Handwerkern für die gute Arbeit, vor allem aber Helfern, immerhin mit einem Durchschnittsalter von 77 Jahren, die „immer da waren, wenn sie gebraucht wurden. Nur durch ihren unermüdlichen Einsatz war es überhaupt erst möglich, dass wir jetzt die Einweihung feiern“.

Viel Arbeit wurde geleistet, viel steht aber auch noch bevor, soll doch die ehemalige Gastwirtschaft als Altenbegegnungsstätte genutzt werden. Das Bemerkenswerte: Der Heimatverein will nicht nur die Schaffung der Räumlichkeiten finanzieren, sondern auch die Unterhaltskosten übernehmen.

Ehe dann die Möglichkeit zur Besichtigung reichlich genutzt wurde, erteilte Pater Joachim Seraphin, MSF, den kirchlichen Segen. Und dann wurde gefeiert.