Wertheim

Ortschaftsrat Lindelbach Thema „Dienstbarkeitsverträge zur Sicherstellung von Ver- und Entsorgungsleitungen“

Grundbucheinträge kein Freibrief

Die Stadtwerke informierten in Lindelbach über anstehende Grundbuchangelegenheiten. Es gibt sogar eine Entschädigung.

lindelbach. Der Ortsvorsteher gab sich „fast ein bisschen enttäuscht“. Egon Schäfer hatte „mit mehr Fragen gerechnet“. Doch offenbar hatten Frank Gebhardt, Abteilungsleiter „Technische Dienst“ bei den Stadtwerken und Hubert Burger, der in der Stadtverwaltung das Referat „Liegenschaften“ leitet, die zur Sitzung des Ortschaftsrates Lindelbach am Mittwochabend zahlreich erschienenen Interessierten ausreichend informiert über das Thema „Dienstbarkeitsverträge zur Sicherstellung von Ver- und Entsorgungsleitungen“.

Kurz gefasst möchten die Stadtwerke im Rahmen der Aktion ihre vornehmlich über Privatgrundstücke verlaufenden Leitungen, auch Freileitungen, grundbuchrechtlich absichern. Dazu werden, erläuterte Gebhardt, die Eigentümer in diesen Tagen angeschrieben und erhalten einen Vertragsentwurf.

Den sollten sie, riet der Abteilungsleiter, „sehr gut durchlesen“ und dann vor einem Notar unterschreiben. „Das ist eine Sache von ein paar Minuten.“ Kosten fielen keine an.

Im Gegenteil: Die Stadtwerke zahlen eine Entschädigung. „Damit soll der Bestand an bereits verlegten Leitungen gesichert werden“, bekräftigte Hubert Burger.

Auch nachfolgende Generationen könnten dann sehen, dass über ihre Grundstücke Leitungen der Stadtwerke verliefen. „Das haben wir auch schon in anderen Ortschaften gemacht, da war die Beteiligung recht gut.“ Der Eintrag ins Grundbuch, versicherte Frank Gebhardt, sei „kein Freibrief für die Stadtwerke, weitere, neue Leitungen zu verlegen“.

Und sollte eine vorhandene außer Betrieb genommen werden, werde auch der Grundbucheintrag gelöscht. Damit war dieses Thema erledigt, und man konnte sich dem nächsten Punkt der Tagesordnung zuwenden. Der betraf die anstehende Kommunal- und hier insbesondere die Ortschaftsratswahl.

Sieben Kandidaten

In Lindelbach bewerben sich sieben Frauen und Männer um die vier Sitze im Gremium. Das sind die amtierenden Ortschaftsräte Egon Schäfer, Peter Prokopp und Holger Götzelmann, sowie Sandra Kuhn, Rainer Weber, Florian Herms und Marina Weber. Der Ortsvorsteher erläuterte kurz das Wahlprozedere und insbesondere die Möglichkeit, weitere Personen auf die Liste schreiben zu können.

Die Wähler haben vier Stimmen, wobei den ausgesuchten Kandidaten jeweils nur eine Stimme gegeben werden darf. Stimmenhäufung auf einen Bewerber ist in dem Fall also nicht zulässig.

Zu Beginn der Sitzung hatte Schäfer über nicht öffentlich beziehungsweise im Umlaufverfahren gefasste Beschlüsse informiert. So stimmte man weiteren drei Bauplatzreservierungen zu. Von den ursprünglich 13 Grundstücken in dem erst am 6. Dezember des Vorjahres übergebenen Baugebiet „Röte II“ sind demnach jetzt drei verkauft und sechs reserviert.

Gebilligt worden waren vom Ortschaftsrat auch zwei Bauanträge zur Errichtung von Einfamilienhäusern mit Carport beziehungsweise Garage im „Silvanerweg“, der in dem Baugebiet liegt. In weiteren Bauanträgen ging es um die Erweiterung einer Lagerhalle, den Bau eines Doppel- und eines Einzelcarports sowie eines Gartenhauses. Positiv beschieden wurden vom Gremium eine Bauvoranfrage für ein kleines Blockhaus und Tekturanträge für bereits genehmigte Bauvorhaben. Am Ende teilte der Ortsvorsteher mit, dass der Häckselplatz voll und geschlossen sei. Noch lagerndes Reisig werde nach der Vogelbrut bearbeitet.