Wertheim

Schulbesuch FDP-Landtagsfraktion besuchte Berufliches Schulzentrum

Gute Bildung gibt’s nicht gratis

Wertheim.„Das digitalste an der Schule darf nicht die große Pause sein“, sagt Dr. Timm Kern, bildungs- und digitalpolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion bei seinem Besuch im Beruflichen Schulzentrum Wertheim. Das dies in Wertheim nicht der Fall ist, wurde ihm vom Schulleiter Manfred Breuer und den beiden Lehrkräften Jörg Schwab und Christopher Gebert eindrucksvoll demonstriert.

Fabrik im Labormaßstab

In dem Schulzentrum steht seit einigen Monaten ein Smart Lab, eine intelligente Fabrik im Labormaßstab. Daran sollen die Schülerinnen und Schüler lernen, diese Maschinen zu programmieren, sie aneinander zuschalten und deren Energieverbrauch zu optimieren. Das Smart Lab ist Teil des Kompetenzbündnisses 4.0 erklärt Jochen Müssig, Bildungsdezernent des Main-Tauber-Kreises. Kern lobte die Zusammenarbeit des Kreises und der Schule mit den Betrieben der Region.

Schulleiter Breuer betonte den Stellenwert, den die Digitalisierung in allen Lebensbereichen mit sich bringe und die Rolle der Schule, die Schüler eben darin fit zu machen. So plane die Schule für das kommende Jahr das Projektthema Leben 4.0. Wie vielfältig Digitalisierung und wie wichtig die Rolle der Schule dabei ist, wurde im weiteren Gespräch diskutiert.

IT-Sicherheit und Datenschutz sind Themen, die auch im Rahmen eines Smart Lab besprochen und diskutiert werden müssen. Die Lehrkräfte erklärten, dass dies im Schulcurricular mehr Raum benötige. Zwar könne man in den gesellschaftswissenschaftlichen Fächern über die Bedeutung von Datenschutz sprechen, für praktische Beispiele im Smart Lab fehle dafür aber meist die Zeit.

Die weltbeste Bildung bekäme man eben nicht gratis, so der Bildungspolitiker der FDP. Schon Lehrkräfte für Informatik oder solche 4.0-Projekte wie am Berufsschulzentrum Wertheim zu bekommen, sei wie ein Lottogewinn. Umso mehr lobte er das Engagement der beiden jungen Lehrkräfte, die „stark intrinsisch motiviert seien, Schülerinnen und Schülern vernetzte Industrie näher zu bringen“.

Viele Stunden des Engagements könne er nicht anrechnen, bedauerte Schulleiter Breuer. Diese würden die Lehrkräfte in ihrer Freizeit erbringen. Kern verwies auf eine Initiative seiner Fraktion zur Schulverwaltungsassistenz.

Ziel sei, Schulen und Schulleitungen von Verwaltungsaufgaben zu entlasten. Die Kosten sollten sich das Land und die jeweilige Kommune als Schulträgerin teilen. Jochen Müssig bemerkte in diesem Zusammenhang, das Aufgabenprofil der Schulsekretariate hätte sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt. Deshalb lohne sich eine genauere Betrachtung, welche Aufgaben auf welche Weise zukünftig erledigt werden sollten.

Breuer äußerte grundsätzliche Sympathie für eine Entlastung von Verwaltungsaufgaben. Das dürfe aber nicht dazu führen, dass die Leitungszeit der Schulleiter gekürzt beziehungsweise das Deputat erhöht werde. Bereits jetzt bedeute das Unterrichten und die gleichzeitige Wahrnehmung der Schulleiteraufgaben nicht selten einen echten Spagat.

Einig waren sich die Gesprächspartner, dass Schulen mehr Eigenverantwortung und Gestaltungsfreiheit benötigen. „Die Operativ Eigenständige Schule, wie wir sie auch bei uns eingeführt haben, hat einen Mehrwert gebracht“, berichtete Manfred Breuer. fdp