Wertheim

Humor „John Beton and the five Holeblocks“ gastierten im ausverkauften Convenartis-Keller

Gute Laune und manchmal wenig Anstand

Wertheim.Ausverkauft war am Freitag der Gewölbekeller des Wertheimer Kleinkunstvereins Convenartis. Auf der Bühne standen „John Beton and the five Holeblocks“ mit ihrem Programm „Mir ham es geschafft“. Zweieinhalb Stunden dauerte die Show von Daniel Fleckenstein (Mezzosopran, Percussion), Michael Krug (Tenor, Percussion), Markus Reuter (Bariton), Matthias Kunkel (Bass, Beat) und Sebastian Müller (Tenor). Das Publikum machte nicht nur mit, nein es wurde eingebunden.

Günter kam als Jäger auf die Bühne. Mit der Flinte machte er sich zur Melodie „Auf einem Baum ein Kuckuck“ auf die Pirsch. Manche Dame im Saal genoss sichtlich die versteckten Komplimente der fünf Burschen: „Wenn du kalte Füße hast, strick dir ein Paar Socken“. Drei Werbeblocks schoben die Holeblocks ein und das Publikum quietschte bei hohem Wiedererkennungswert vor Vergnügen. Von Bärenmarke ging es über Klosterfrau Melissengeist zu Meister Proper, Palmin und Abflussfrei.

Die Holeblocks erschufen aus Vornamen ihrer Besucher Reime, die im Lied über Jochen endeten. Kein Name bot so viele Reim-Möglichkeiten: „Rochen, Kochen, versprochen“. Die Jungs aus dem Kahlgrund bei Aschaffenburg interessierte auch sehr, wo das Publikum herkam. Fasziniert waren sie von Stadt- und Dorfprozelten und der mundartlichen Aussprache dieser Orte.

Ein Höhepunkt des Abends war sicher der Auftritt von Howie Potenti mit im Hintergrund singenden Lappen aus Lappland. Jeder kannte die Melodien, wie etwa „Aber dich gibt es nur einmal für mich“. Verpackt mit einer guten Portion Humor ging es „Schamhaarlos durch die Nacht“. Howie machte sich im Publikum an eine Dame heran. Offen sein Bekenntnis: „So viele Kurven und ich habe keine Bremse.“ Immer wieder erklangen Evergreens zum Mitsingen und Grinsen.

Gemäß dem Programmtitel „Mir ham es geschafft“, gaben die Holeblocks Einblicke in ihr Künstlerleben. So wurden sie auch in Wertheim vor dem Auftritt von Masseusen begrüßt und verwöhnt, Celine Dion putzt nach der Show die Bühne und von der fetten Gage haben sie sich einen Flugzeugträger gekauft und zu einer Jacht umbauen lassen.

Mit guter Laune und manchmal wenig Anstand erzählten sie von der Gründung einer Sekte namens „Globuli“. Mit einem Augenzwinkern wurde erklärt, für welche Lebenssituation die „Kügelchen“ alles einsetzbar sind: dicke Backen, schlechter Schlaf und auch beim Kochen.

Ernst wurde es beim Thema Volksmusik: „Wir haben alles probiert, aber es hat nix funktioniert.“ Schließlich geht es hier um gute Laune. Schorsch und Markus versuchten in Lederhosen zu punkten, besannen sich aber rasch wieder auf ihre alte Stärke. Das Publikum johlte, als die Holeblocks Fußballersprüche in ein Lied verwandelten: „Mailand oder Madrid – Hauptsache Italien“. Der „Schnee von morgen“ kam darin vor und auch der Kölner Bundesligaprofi mit seinem Spruch: „Fußball ist wie Schach, nur ohne Würfel.“ Fazit: „Das ist alles von den Medien hochsterilisiert.“

Die Zugabe sprühte vor Ideen und Ironie. In einem weiteren Werbeblock flogen Haribo-Bärchen und viele bunte Smarties ins Publikum. Nur bei Bonduelle, dem famosen Zartgemüse, trauten sich die Holeblocks nicht, die Blechdosen ins Publikum zu schleudern. Dem gefiel es. Lautstark ertönte: „Denn wer sich Allianz versichert, der ist voll und ganz gesichert, der schließt vom ersten Augenblick ein festes Bündnis mit dem Strick.“ hw