Wertheim

Flöten-Bläser-Konzert Über 100 Zuhörer genossen Auftritte des Blockflötenensembles, des erweiterten Instrumentalkreises und des Werdenfels-Quartetts

Gute Musik gut gespielt und gesungen

Beim Flöten-Bläser-Konzert in der evangelischen Kirche in Höhefeld erklang am Sonntagnachmittag ein gelungener Mix von Melodien. Es überzeugten die kleinen und die großen Ensembles.

Höhefeld. Elisabeth Flegler und Wolfgang Schwab vom Pfarrgemeinderat begrüßten die über 100 Zuhörer sowie die Mitwirkenden. Sie verwiesen darauf, dass das Blockflötenensemble Höhefeld inzwischen 40 Jahre aktiv sei, die Gottesdienste und die gesamte Ortschaft über Jahrzehnte hinweg begleitet habe und somit aus der Gemeinde nicht wegzudenken sei. Viele der Flötistinnen hätten bereits als Kinder mitgespeilt. „Macht weiter so“, ermunterten die Moderatoren die Musiker, ehe sie auf das rund 80-minütige Konzert einstimmten. Dabei bezeichneten sie ein Leben ohne Musik als „öde und farblos“. Musik hingegen begleite in allen Lebenslagen, drücke das aus, was nicht gesagt werden könne und worüber zu schweigen unmöglich sei.

Dieser künstlerischen Vorlage kamen das Flötenensemble Höhefeld (Leitung: Christine Englert), der erweiterte Instrumentalkreis Bestenheid (Werner Querbach), das Werdenfels-Quartett mit Sonja Miranda-Martinez, Bruno Beier (Trompeten), Manfred Lutz und Rainer Lange (beide Posaunen) sowie Sonja Miranda-Martinez (Sopran) und Manfred Lutz (Orgel) sehr nahe. Die Ensembles agierten auch in unterschiedlicher Zusammensetzung.

Zu Beginn erklangen mit „Singet dem Herrn“ (Doppelchor für Flöten und Bläser) und „Hör’ mein Bitten, Herr“ (Sopran und Orgel) geistliche Stücke. Der Flötenchor erfreute mit den bolivianischen Weisen „Der Trotte von Tarapaca“, „Der Trotte von Humahuaca“ und „La Perica“. Die Bläser formten die englischen Melodien „Greensleeves“ und „Amazing Grace“ mit kreativer Leichtigkeit aus.

Der Doppelchor für Flöten und Bläser ließ danach das innerlich mächtige „Was mein Gott will“ erschallen, gefolgt vom Flötenchor mit dem folkigen „House of the Rising Sun“. Die Bläser griffen bei „Am Samstagabend“ die Gedanken des Momentes auf, wenn – schwäbisch formuliert – „endlich es Gschäft erledigt is“.

„Rondo 18“ für Englischhorn und Orgel erklang ganz beschwingt. Zum Abschluss ertönte ein kleiner Choral. Händels „Feuerwerksmusik“ zeigte sich auch in der Interpretation durch den Flötenchor als wirkmächtiges Werk. Ebenso überzeugte „Auf zwei Saiten einen Ton“ (Sopran und Orgel). Die bei allen Vorträgen zu spürende künstlerische Leidenschaft, gestützt von angenehm differenzierender Dynamik, verband sich mit Präzision und guter Tonansprache.

Bezauberndes Klangerlebnis

„Weißt du, wieviel Sternlein stehen?“ ward im Doppelchor für Flöten und Bläser wunderschön musikalisch beantwortet. Der Flötenchor bestach bei „Only You“ und „My way“ mit Klassikern des 20. Jahrhunderts, die Bläser mit „More Swinging Time“. Zum „Halleluja“ versammelte sich das Flötenensemble Höhefeld im hinteren Teil der Kirche, was wiederum ein anderes, jedoch gleichermaßen bezauberndes Klangerlebnis ergab. „Fly With Me“, Lenas Song aus dem Film „Wie im Himmel“, forderte Sopran und Orgel, „Der Mond ist aufgegangen“ den Doppelchor für Flöten und Bläser. Der sanftere Klang der Flöten und die Wucht der Bläser kulminierten in einem gemeinsamen, harmonischen Spiel. Auch mit diesem Stück wurde nicht nur die Luft in Schwingung gebracht, sondern auch die Gemüter der Zuhörenden.

Das Konzert war ein beeindruckendes Klangerlebnis, beschwingt, kraftvoll, strahlend, virtuos vorgetragen. Technisches Vermögen der Künstler und das Feingefühl für das Miteinander verbanden sich zu einem sensiblen Zusammenwirken. In der Summe war es einfach gute Musik, gut gespielt und gut gesungen.

Die Zuhörer hatten ihren Applaus auf ein anfängliches Bitten hin zurückgehalten, bis der letzte Ton verklungen war. Danach aber erhob sich das Publikum von seinen Sitzen und der Beifall brauste auf, lang anhaltend und verdient. Wie dann Christine Englert Vorsitzende des Flötenensembles, erklärte, fand die Zugabe ausnahmsweise gleich nebenan statt, im Freien und als Feier des 40. Geburtstags des Flötenensembles. hpw