Wertheim

Beim Amtsgericht verhandelt

Haare von Schülerin angezündet?

Archivartikel

Wertheim.In einem Jugendstrafverfahren lautet der Vorwurf gegen einen ehemaligen Schüler aus Wertheim, er habe im November 2016, damals 18 Jahre alt, auf dem Parkplatz des Schulzentrums in Bestenheid, Reichenberger Straße, als man auf die Busse wartete, mit einem Feuerzeug einen Teil der Haare einer Mitschülerin angezündet.

Des weiteren habe er im März 2017 bei der Vernehmung auf dem Polizeirevier Wertheim wahrheitswidrig behauptet, nicht er habe die Haare angezündet, sondern ein Mitschüler. Dieser war jedoch, so die Ermittlungen der Polizei, am fraglichen Tag gar nicht in der Schule.

Die Staatsanwalt Mosbach hat gegen den Heranwachsenden beim Amtsgericht Wertheim Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung und falscher Verdächtigung erhoben. Da der Beschuldigte die Tat bestreitet, gibt es einen Fortsetzungstermin, wozu der vernehmende Polizist als Zeuge geladen wird.

Gegenteilige Aussage im Protokoll

Der Angeklagte meinte, er habe damals mit dem Feuerzeug anderen Schülern etwas gezeigt, und dabei sei zufällig die Mitschülerin vorbei gekommen. Es handle sich also um ein Versehen. Das habe er so auch der Polizei zu Protokoll gegeben, also keinen Mitschüler beschuldigt.

Das Gericht zeigte ihm das den Vorwurf stützende Protokoll. Der junge Mann erwiderte, er habe den Text unterschrieben, ohne ihn vorher durchzulesen.

Die Geschädigte erinnerte sich, dass der Beschuldigte nach Unterrichtsende bereits im Gebäude mit dem Feuerzeug „spielte“. Auf dem Parkplatz sei er angerannt gekommen und habe in ihr Haar gefackelt, so dass es zu brennen anfing. Ob mit Absicht, könne sie nicht einschätzen.Laut der Jugendgerichtshilfe (JGH) ereigneten sich die Vorfälle während des Berufsvorbereitungsjahrs. Der Beschuldigte besuche jetzt die Volkshochschule, um sein deutsch zu verbessern und wolle später einen Schulabschluss nachmachen. Die JGH sah bei dem Mann Integrationsdefizite. Sei beschrieb sein Auftreten als übertrieben selbstbewusst, vorlaut bis frech. Ein sozialer Trainingskurs wäre angebracht.

Die Strafverhandlung wird Mitte Juni fortgesetzt. Zusätzlich läuft auch ein Zivilverfahren wegen Schmerzensgeld.