Wertheim

Konstituierende Sitzung Haushaltsmittelanforderungen beinhalten mehrere Maßnahmen rund um den Friedhof / Funkmast war erneut Thema

Helmut Ballweg für 20 Jahre Engagement geehrt

Archivartikel

Dörlesberg.Eine öffentliche Sitzung des Ortschaftsrats Dörlesberg fand am Dienstagabend im Bürgersaal statt. Zwei Dutzend Bürger nahmen daran teil. Der amtierende Ortsvorsteher Udo Schlachter wird nach Wahl durch den Ortschaftsrat dem Gemeinderat zur Wiederwahl vorgeschlagen.

Der Ortsvorsteher informierte zum Funkmast als „immer wiederkehrendes Thema“. Der Schlüssel sei Geduld, denn man könne der Telekom in Sachen Netzplan keine Auflagen machen. Die Antennen seien montiert, die Konfigurierung ab Januar brauche laut Telekom sechs Monate. Nun funktioniere es eben noch nicht, meinte Schlachter, „wir bleiben wöchentlich dran“.

Prioritätenliste

Der Ortsvorsteher listete anschließend die Haushaltsmittelanforderung für 2020 auf. Erste Priorität habe die Ausweisung und Erweiterung von sechs Parkplätzen am Friedhof östlich des bestehenden Gehwegs in der Ausführung als gepflasterte Parkfläche. Dies sei bereits in den Vorjahren beantragt worden, nun solle der Situation ein Ende gesetzt werden, dass zum Beispiel bei Bestattungen ältere Menschen nicht direkt am Friedhof parken könnten.

Nächste Priorität habe die Sanierung der Friedhofsmauer an einem Teilstück der Westmauer bis zur Eingangstür, „ehe die Mauer zerbricht“. Auch solle das letzte Stück des Gehwegs wegen erhöhter Stolpergefahr gepflastert werden. Wichtig seien auch Teerarbeiten im Baumweg von der Hundheimer Straße bis zur Einfahrt Bürgerhaus, ein Überzug mit einer Asphaltdecke reiche.

Die Prioritätenliste ging weiter mit einer neuen Bestuhlung „mit Polster“ in der Waldsporthalle inklusive Ersatz der Tische. Das Material sei inzwischen 35 Jahre alt. Der Ortsvorsteher sprach abschließend „eine große Sache“ an: die Rückstellung städtischer Anteile für die Sanierung der Ortsdurchfahrt Hundheimer Straße. Das Land wolle sanieren, so Schlachter, der Landkreis und weitere Kostenträger seien beteiligt. Es gehe neben einer Teerdecke auch um Kanal und Wasserleitung.

Mit Blick auf die Wahlen zum Ortschaftsrat betonte der Ortsvorsteher, allen, die sich zur Wahl gestellt hätten, gelte Respekt und Dank. Die Bürger applaudierten. Beim Rückblick auf die zu Ende gehende Legislaturperiode nannte Schlachter die Planung und Erschließung des Baugebiets „Felder II“ sowie den Teilabriss samt Sanierung der Waldsporthalle als große Projekte. Die Ortschaftsräte hätten hier eine Schlüsselfunktion gehabt.

Für Einsatz bedankt

In seinen Dank an die Mitglieder des Ortschaftsrats schloss der Ortsvorsteher ausdrücklich und namentlich eine ganze Reihe von Menschen in unterschiedlichen Tätigkeiten mit ein und bezeichnete das ausgeübte Ehrenamt als tragendes Element in der Ortschaft.

Helmut Ballweg scheide aus dem Gremium aus, so Schlachter. Dieser sei erstmals am 24. Oktober 1999 in den Ortschaftsrat gewählt worden und habe die Interessen des Orts 20 Jahre lang auch als stellvertretender Ortsvorsteher vertreten. Ballweg sei an vielen Projekten beteiligt gewesen, habe sich als pragmatischer Kommunalpolitiker erwiesen, der vor Problemen nicht kapituliert und bei Aktionen ein offenes Ohr sowie detailliertes Fachwissen eingebracht habe. Er sei durch vielfältiges Vereinsengagement stets am Puls der örtlichen Themen gewesen.

Schlachter überreichte eine Urkunde für die vielen Jahre im Ortschaftsrat im Dienst der Allgemeinheit, stellvertretend für Wertheims Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez die Verdienstmedaille der Stadt Wertheim in Silber, für den Städtetag Baden-Württemberg eine Ehrenurkunde und die Verdienstabzeichen des Verbandes in Silber sowie für den Gemeindetag Baden-Württemberg eine Stele für 20 Jahre Kommunalpolitik inklusive Urkunde und Ehrennadel. Auch hier begleitete die anwesende Bevölkerung mit Beifall.

Geehrt und verpflichtet

Anschließend überreichte Schlachter namens der anderen Mitglieder des Ortschaftsrats ein Präsent. Helmut Ballweg bedankte sich dafür, dass er 20 Jahre im Ortschaftsrat sein durfte. Er wolle auch weiter Dörlesberg und die Interessen der Bürger unterstützen.

Die gewählten Ortschaftsräte sprachen gemeinsam die Verpflichtungsformel und wurden vom Ortsvorsteher verpflichtet. Der Ortschaftrat schlug einstimmig Udo Schlachter dem Gemeinderat zur Wahl des Ortsvorstehers und Inge Rückert als stellvertretende Ortsvorsteherin vor.

Ein Bürger meinte an den neuen Ortschaftsrat gerichtet, „ihr steckt voller Elan“, man solle in den nächsten fünf Jahren gemeinsam Dörlesberg attraktiv gestalten, „ihr vorneweg, wir hinterher“. Ein anderer Bürger verwies darauf, eine Straße nach Sachsenhausen, die für landwirtschaftliche Fahrzeuge und Radfahrer gedacht ist, sei zur Rennstrecke geworden, Schilder würden nicht wahrgenommen. Hier sei das Ordnungsamt als Ordnungspolizeibehörde gefragt, so Schlachter.