Wertheim

Ausflug

Historischer Verein besuchte Weinheim

Archivartikel

Wertheim.Die Exkursion des Historischen Vereins Wertheim nach Weinheim an der Bergstraße war ein echtes Erlebnis, sie war sehr informativ zumal immer wieder Bezüge zu Wertheim hergestellt werden konnten.

Auf der Hinfahrt wurden die Reiseteilnehmer bereits durch den Organisator der Fahrt, Jörg Paczkowski, vorbereitet: sowohl geschichtlich als auch mit der umfangreichen Sagenliteratur vertraut gemacht - besonders die Sage von der Burg Windeck.

Bei der beeindruckenden Stadtführung erhielt die Gruppe hervorragenden Eindrücke von der Stadt. Bereits im 8. Jahrhundert ging Weinheim an das Kloster Lorsch und erhielt 1065 Münzrecht.

Der Ort kam dann zum Bistum Mainz und wurde durch den Pfalzgrafen Ludwig um die sogenannte Neustadt mit dem heutigen Marktplatz im 13. Jahrhundert erweitert.

Zunächst ging die Gruppe in die untere Stadt (Ursprungsstadt) mit den sehr gut restaurierten Fachwerkhäusern im Gerberviertel. Die meisten Häuser stammen aus dem 16. Jahrhundert – ähnlich wie in Wertheim.

Weinheim hat das Glück gehabe nie, zerstört worden zu sein. Lediglich die Burg Windeck wurde beim spanischen Erbfolgekrieg durch Marschall Turenne, der auch vor Wertheim mit seinen Truppen lag, zerstört. Über den belebten Marktplatz mit der ihn beherrschenden Laurentiuskirche aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts ging es zum roten Turm, der Anfang des 14. Jahrhundert errichtet wurde, Eckpunkt der Stadtbefestigung war und wie in Wertheim einst auch als Gefängnis diente.

Im zweiten Teil des Rundgangs am Nachmittag wurde das Schloss mit seiner ungewöhnlichen Baugeschichte vorgeführt. Die einst mittelalterliche Anlage wurde im 16. Jahrhundert erweitert und war Residenz des Pfalzgrafen Ottheinrich, bevor dieser seine Residenz im Heidelberger Schloss bezog.

Über diesen ungewöhnlichen Kurfürsten wurde viel berichtet. Er führte 1543 die Reformation ein. Wichtiges wurde auch über die jüdische Geschichte Weinheim berichtet, die Ähnlichkeit mit der Wertheimer jüdischen Vergangenheit hat.

Abschließend stand die Besichtigung des großartigen Schlossparks auf dem Programm, der als Barockgarten angelegt worden war und später von Ludwig von Sckell in einen englischen Park umgestaltet wurde – ähnlich dem schönen Hofgarten zu Eichel. hv