Wertheim

Unterwegs Fremdenverkehrsverein Wertheim reiste wie vor 25 Jahren nach Rothenburg

Hoch auf dem gelben Wagen . . .

Wertheim/Rothenburg.Bei herrlichem Reisewetter konnten der Vorsitzende des Fremdenverkehrsvereins Wertheim (FVV), Udo Klüpfel, und der Ehrenvorsitzende Kurt Schuon am vergangenen Dienstag am Spitzen Turm zahlreiche Mitglieder und Freunde zum 25. Jahresausflug begrüßen. Ziel der Fahrt war diesmal, wie auch schon vor 25 Jahren, Rothenburg ob der Tauber und das liebliche Taubertal.

Im voll besetzten Bus fuhr die Gesellschaft Richtung Süden und Waldemar, der Busfahrer von der Firma Ott-Reisen, steuerte einen schönen Rastplatz an, um das traditionelle zweite Frühstück zu genießen. Schnell wurde ausgeladen und wie bei „Tischlein deck‘dich!“ gab es reichlich „Wein, Weck und Worscht“. Natürlich durften auch Marga Frischmuth’s traditionell gestiftete Salzbrezeln nicht fehlen und zum Nachtisch gab es Hochprozentiges.

In Rothenburg kam die Frage auf: Wieviel Viertele hat der Meistertrunk? Der Kellermeister klärte die Reisegesellschaft auf und erzählte die Geschichte wie der damalige Bürgermeister Nusch im 30-jährigen Krieg die Stadt rettete, indem er den Humpen mit 13 Viertele, also 3,25 Liter, in einem Zug leerte und danach drei Tage lang geschlafen haben soll. Der Humpen machte Runde um Runde und als Gerd Rücker ihn unter Beifall leerte, machte sich die Truppe auf, um die historische Reichsstadt Rothenburg zu erkunden. Kriminalmuseum, Plönlein, die St. Jakobskirche standen unter anderem auf dem Plan.

Am frühen Nachmittag ging es hinunter ins Taubertal. Nächste Station war das Fingerhutmuseum in Creglingen in der Kohlesmühle – das einzige Privatmuseum seiner Art weltweit. Der Museumsleiter Thorvald Greif führte durch die interessante Ausstellung und die Geschichte des Fingerhuts. Über Jahrtausende war er unentbehrlich beim Nähen von Hand, bis irgendwann die ersten Nähmaschinen aufkamen. Hier stellte sich die Frage: Auf welchen Finger kommt der Fingerhut? Daumen, Zeigefinger, Ringfinger? Die Antwort kam von einigen Frauen wie aus der Pistole geschossen: Mit Daumen und Zeigefinger wird die Nadel mit dem Faden geführt und mit dem Fingerhut auf dem Mittelfinger durch Stoff und Leder gedrückt. Sogar die männlichen Besucher waren sehr beeindruckt.

Weiter ging die fröhliche Fahrt durch das liebliche Taubertal bis nach Markelsheim. Voller Spannung wartete man dort auf den „Gelben Wagen“. Plötzlich wurde das Motorgeräusch von dem großen Traktor immer lauter und im Schlepp hatte er den gelben Anhänger. Conny Lehr vom Jakobshof versorgte alle mit einem Beutelchen und einem Weinglas und ließ einsteigen. Über 50 Gäste fanden Platz und los ging die Tour in die Markelsheimer Weinberge. Ab sofort hieß das Motto: „Wer nicht liebt Wein, Weib und Gesang, der bleibt ein Narr sein Leben lang.“ Conny Lehr hatte nicht nur ihr Akkordeon und Liederbücher dabei, gleich zu Beginn der Fahrt wurde ein spritziger und süffiger Secco ausgeschenkt. Mit Musik und Gesang ging die Fahrt weiter. Immer wieder wurden die Gäste nicht nur mit herrlichen Ausblicken auf Markelsheim und das romantische Taubertal belohnt, auch machten weiterhin leckere Markelsheimer Weine die Runde und benetzten die durstigen Kehlen. Bei einem Spaziergang durch die Rebanlagen mit interessanten und humorvollen Erläuterungen führte Conny Lehr die Ausflügler zu einem tollen Aussichtspunkt auf die herrliche Umgebung und lud an reich gedeckten Tischen zur deftigen Winzervesper ein. Ein „Weisser“ und ein „Roter“ waren mit von der Partie. Immer wieder wurde das Vereinslied „Überall auf der Welt scheint die Sonne, Prost“ angestimmt und die Gläser zum Klingen gebracht. Bevor die Sonne unterging hieß es Abschied nehmen und ein ereignisreicher Tag neigte sich dem Ende zu. Der Ausflug endete dort wo er begonnen hatte, nämlich am Spitzen Turm in Wertheim und schon beim Aussteigen meldeten sich begeisterte Teilnehmer zur nächsten Fahrt an.

Die nächste Veranstaltung des FVV Wertheim findet, ohne Anmeldung, als öffentliche Wanderung für Jedermann, am 29. Mai statt. Rund um Külsheim zum Hohen Herrgott mit Einkehr in der Stadt führt die etwa sechs Kilometer lange Strecke. Treffpunkt ist um 10 Uhr an der Main-Tauber-Halle. Wanderführer ist Günther Ascher.

Weitere Informationen bei Alexander Gebhardt, Telefon 09342/9347665 und per Email: axelgebhardt@web.de im Internet. fvv