Wertheim

VHS-Kino Film beruht auf dem Bestseller „Fall Romy Schneider“ / Marie Bäumer überzeugt mit darstellerischer Leistung

Ikone in einer Lebenskrise

Wertheim.Im Programm der VHS läuft mit „3 Tage in Quiberon“ heutigen Dienstag um 18.15 und morgigen Mittwoch, 6. Juni, um 20.30 Uhr ein Biopic mit Marie Bäumer als Romy Schneider, die 1981 in Quiberon ihr letztes großes Interview gibt, das Einblicke in die letzten Monate des Stars ermöglicht.

Im Jahr 1981 befindet sich die Schauspiel-Ikone Romy Schneider in einer Lebenskrise. Seitdem sie im Alter von 16 Jahren die Sissi gespielt hat, ist Schneider ein Superstar, die Hochs und Tiefs ihres bewegten Lebens werden vor einem Millionenpublikum ausgebreitet. Jetzt ist sie ausgebrannt, alkohol- und tablettensüchtig, pleite, geschieden. In der französischen Hafenstadt Quiberon macht Romy Schneider eine Entziehungskur und will wieder zu sich selbst finden. Gleichzeitig stimmt sie einem Interview mit dem „Stern“-Reporter Michael Jürgs und dem Fotografen Robert Lebeck zu.

Jürgs bohrt schonungslos der Vergangenheit Schneiders, setzt sich über den Anstand hinweg und wird mit einem beispiellosen Einblick in die Seele des Filmstars belohnt – dem letzten großen Interview, das Romy Schneider vor ihrem Tod 1982 gibt. Das Verhältnis von Romy Schneider zu den Medien ist immer kritisch gewesen. Selbst das Begräbnis ihres Vaters ist den Paparazzi nicht heilig gewesen. Und auch der „Stern“-Reporter Michael Jürgs überschritt Grenzen, als er Schneider direkt auf den Selbstmord ihres Ex-Mannes Harry Meyen anspricht.

Aus der Mitschrift des Interviews hat Jürgs später den Bestseller „Fall Romy Schneider“ entwickelt, auf dem auch der Film „3 Tage in Quiberon“ basiert. Die Regisseurin Emily Atef ein dichtes Schwarzweiß-Porträt der Schauspiellegende. „3 Tage in Quiberon“ ist bei der Berlinale 2018 angelaufen und konnte dank der darstellerischen Leistung von Marie Bäumer und der strengen Dramaturgie begeistern. pkf