Wertheim

Verein für Garten, Obst und Umwelt Zweifachen Grund zum Feiern ausgiebig genutzt / Livemusik am Samstagabend / Informationsstände am Sonntag

In 20 Jahren viele Bäume gepflanzt

Der Verein für Garten, Obst und Umwelt Nassig (GOU) feierte am vergangenen Wochenende gleich doppelt: die Gründung des damaligen Obstbauvereins vor 85 Jahren und 20 Jahre GOU.

Nassig. Ganz im Sinne des Vereins und dem Anlass angemessen fand die Veranstaltung im Grünen an der Obstgenusshecke in Nassig statt. Mit Livemusik von Bernd Brümmer und Hans Rudi Beck bot der Kulinarisch-Musikalische Samstagabend bereits einen Höhepunkt.

Am Sonntag lud dann ein ausführliches Familienprogramm zum Besuch der Festwiese ein. Mit einem Gottesdienst im Grünen mit Beteiligung des Posaunenchors Nassig-Sonderriet startete man gemeinsam in den Tag. Pfarrer Brandt fand in seiner Predigt die zu diesem Tag passenden Worte über die Schöpfung der Welt aus dem Buch Genesis.

60 Obstbäume

Im Anschluss begrüßte der Vorsitzende des Vereins, Hubert Klein, die Festgemeinde. Er ließ in seinen Worten die Geschichte des Vereins Revue passieren. Hierbei ging der Redner besonders auf den Veranstaltungsort ein.

Bereits 1985 hatte man im Bereich eines ehemaligen Steinbruchs und Schuttplatzes eine Streuobstwiese mit 60 Obstbäumen angelegt und Bienenweide- und Vogelschutzgehölze angepflanzt. In einem Projekt mit der Grundschule Nassig wurden 2005 weitere 20 Bäume gepflanzt. Das Areal trägt den Namen „Obstgenusshecke“ seit einer Pflanzmaßnahme des GOU 2006, als dieser 540 Gehölze 34 verschiedener Gehölzarten als Anziehungspunkt für die heimische Tierwelt und als Augen- und Gaumenweide für die Bevölkerung anpflanzte. Ergänzt wurde das Areal mit der Aufstellung eines Wildbienenhotels sowie der Errichtung von Steinmauern und Steinhaufen in den folgenden Jahren.

Die Vereinsaktivitäten spannen sich über Aktionen wie Gestaltung der Verkehrsinsel Richtung Steingasse anlässlich der 800-Jahr-Feier des Orts, über Fachvorträge, Schnittkurse, naturkundliche Wanderungen, Lehr- und Besichtigungsfahrten, Pflanzen- und Baumbestellaktionen, bis zu Aktivitäten für Kinder wie zum Beispiel Kürbiswettbewerbe, der Bau von Fledermaus- und Vogelnistkästen.

Mit viel Idealismus

Mit dem Idealismus und dem Engagement der letzten 20 Jahre blickt der Verein in die Zukunft und der Redner schloss mit den bekannten Worten „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“ Im Anschluss begrüße der Kreisvorsitzende Rolf Freidhof im Namen des Kreis- und Landesverbands die Anwesenden. In Zeiten, in denen sich eine Nachfolge im Vorstand oft schwierig gestaltet, sei ein Jubiläum von 85 Jahren ein besonderer Anlass für ein Fest.

Er überreichte Klein druckfrisch aus dem Landesverband das neues Vereinsverzeichnis. Im Anschluss hieran nahm Freidhof die Ehrungen von langjährigen Vorstandsmitgliedern vor. Klaus Vollhardt, seit mehr als 15 Jahren in der Vereinsführung und seit 2009 2. Vorsitzender wurde mit dem „silbernen Apfel“ ausgezeichnet. Thomas Busch erhielt für 20 Jahre im Vereinsvorstand die Auszeichnung des „goldenen Apfels“. Der Vorsitzende Hubert Klein nimmt diese Funktion ebenfalls seit 20 Jahren wahr. Diese besondere Leistung wurde mit dem „goldenen Apfel mit Silberkranz“ gewürdigt.

Ortsvorsteher Volker Mohr übermittelte in seinem Grußwort die Glückwünsche von Bürgermeister Stein und seinem Vorgänger Hubert Sadowski. Er betonte in seiner Ansprache, dass die Natur ohne den Menschen existieren kann, aber der Mensch nie ohne die Natur.

Deshalb sind gerade in der heutigen Zeit Vereine wie der GOU für die Gesellschaft wichtiger denn je. Mit den besten Wünschen für die Zukunft bedankte sich der Ortsvorsteher für die Arbeit des Vereins, die der gesamten Ortschaft zu Gute kommt. Das Areal der „Obstgenusshecke“ bot aber auch vielfältig Gelegenheit zum Ausspannen, sei es im netten Gespräch unter einem der vielen Sonnenschirme oder einem Spazierbeschilderten Streuobstpfad.

Viele Stände

Schautafeln informierten über die vergangenen Vereinsaktivitäten des GOU. Darüber hinaus boten eine Vielzahl von Ständen Infos und Natur zum Anfassen und Probieren. Bei den Kindern waren die Stände der Kreisjägervereinigung Wertheim mit der rollenden Waldschule und der Stand des Bezirksimkervereins Wertheim besonders beliebt. Gelegenheit flüssiges Obst zu probieren boten die Brennerei W47 aus Nassig und der Verein für Obstbau, Garten und Landschaft Sachsenhausen. Für die Gartenpraktiker hielt der Stand der Firma Hirsch ein Sortiment an Gartengeräte bereit und die Liebhaber von Rosen und Kräutern konnten am Stand der Bioland Gärtnerei Haas fachsimpeln. gou