Wertheim

Leserbrief Zu „Hardrock von Burg verbannt“ und Leserbrief (31. 8.)

Ins Abseits geschossen

Archivartikel

Mit großem Entsetzen habe ich der Presse entnommen, dass es künftig auf der Burg in Wertheim keine Heavy Metal- oder Rock-Konzerte mehr geben wird.

Ich war Besucher des Konzertes von Doro Pesch, deren künstlerisches Wirken ich seit ihren frühen Jahren stets verfolge und auch gutheiße. Als ich im Dezember in einer Samstagsausgabe meiner Tageszeitung lesen durfte, dass dieser Super-Star nach Wertheim verpflichtet werden konnte, bin ich nach dem Frühstück in die Vorverkaufsstelle gefahren und habe mir meine Karte besorgt. Das Konzert war großartig und natürlich laut (wie es sich für Heavy Metal gehört). Es war aber auch gegen 22.30 Uhr beendet und es wurde keiner um seine Nachtruhe gebracht. Für Beschwerden hätte ich Verständnis, wenn in den Sommermonaten jedes Wochenende derartige Konzerte stattfinden würden.

Wertheim war Provinz und wird dies auch bleiben. Wenn man sich darüber im klaren ist, dass Frau Pesch weltweit auf den größten Festivals des Heavy Metal spielt und diese ausverkauft sind, wird man schnell erkennen, dass Doro Pesch Wertheim nicht braucht. Wie sieht es aber umgekehrt aus? Wenn mir Auswärtige sagen: „Ihr habt da in Wertheim mit eurer Burg eine echt gute Location, und was da veranstaltet wird, ist richtig gut. Diese Leute waren nicht im Theater oder im Open Air-Kino – sie sind aus dem Raum Heilbronn/Ludwigsburg nach Wertheim gekommen, um Rock zu hören und etwas zu erleben. Man versteht in Wertheim nicht, dass man sich hier selbst ins Abseits schießt. Ich empfehle, das diese Entscheidung auch auf der Internetseite der Stadt Wertheim veröffentlicht wird, am besten als Top-News, damit jeder von auswärts sofort versteht, wie das in Wertheim gehalten wird. Der „Hämatom-Burg-Alarm Trailer 2018“ hatte am Sonntag Nachmittag auf Youtube 3373 Aufrufe, das ist weit mehr als so manch anderer Wertheim-Clip. Ich frage mich auch, wo hier die Debatte der gewählten Vertreter der Einwohnerschaft ist.

Sehr geehrte Frau Roth, ich stimme ihnen voll und ganz zu, wenn es darum geht, Toleranz und Akzeptanz walten zu lassen. Ich fordere unsere Bürgervertreter auf, sich für die Beibehaltung eines guten Konzeptes für die kulturelle Nutzung der Wertheimer Burg stark zu machen ohne Ausschluss von irgendeiner Musikrichtung.