Wertheim

Ortschaftsrat tagte Vorgehen kritisiert

Investoren wollen Solarpark errichten

Kembach.Ein Thema, das offiziell gar nicht auf der Tagesordnung stand, bewegte die Gemüter in der Sitzung des Kembacher Ortschaftsrates am Donnerstagabend besonders. Ob es zutreffend sei, dass es Planungen gebe, auf der Gemarkung des Dorfes einen Solarpark zu errichten, in der kleineren Version elf Hektar, in der größeren 25 Hektar groß, wurde gefragt. Ortsvorsteherin Tanja Bolg bestätigte dies. Die potenzielle Betreiberfirma habe bereits mit zahlreichen Grundstückseigentümern Kontakt aufgenommen, telefonisch und auch schriftlich – und man hätte dabei, wie in der Sitzung erzählt wurde, nicht den besten Eindruck hinterlassen.

„Aggressiv“ und „arrogant“ gehe man vor, wurde massiv kritisiert. Die Kembacher berichteten unter anderem berichtet, dass Eigentümer, die zögerten, dergestalt „angegangen“ würden, dass es nichts ausmache, wenn sie ihre Flächen nicht abgeben wollten, denn dann baue man eben um sie herum. Befürchtungen wurden in der Sitzung von Zuhörern geäußert, dass die potenzielle Betreiberfirma mit „Großgrundbesitzern“ – erhebliche Teile der ins Auge gefassten Fläche Richtung Neubrunn befinden sich wohl in den Händen zweier Eigentümer – bereits einig sei. „Der Zubau landwirtschaftlich genutzter Fläche ist für mich absolut tabu“, machte ein Redner deutlich.

Der Ortschaftsrat sei Mitte Dezember nichtöffentlich durch die Stadt und die potenzielle Betreiberfirma über das Vorhaben informiert worden“, erklärte Tanja Bolg. Das gehe nun in den Bauausschuss und im Februar sei eine öffentliche Ortschaftsratssitzung dazu geplant.

Kritik, dass das Gremium die Bevölkerung nicht frühzeitig informiere, hielt die Ortsvorsteherin entgegen, dass dies nach den Bestimmungen der Gemeindeordnung noch nicht möglich sei. Diskussionen gab es über die Qualität des Bodens, die nach Aussage eines Landwirtes „sehr hoch“ sei, ob das fragliche Areal im Landschaftsschutzgebiet liegt und ob es sich um eine sogenannte „benachteiligte landwirtschaftliche Fläche“ handelt, denn nur dort dürfe so eine Anlage errichtet werden. „Uns ist es ganz wichtig, was die Landwirte zu dem Vorhaben sagen“, beteuerte Tanja Bolg. An Grundstücksbesitzer wurde appelliert, zumindest bis zur angekündigten Ortschaftsratssitzung keine Vereinbarungen zu treffen oder gar Unterschriften zu leisten. ek