Wertheim

Abschied Pater Marius Schymos MSF verlässt die Seelsorgeeinheit Külsheim-Bronnbach / Lob und Dank für die erlebte Gemeinschaft

Jeder Mensch hat seinen Platz im Leben

Pater Mariusz Schymos MSF verlässt die Seelsorgeeinheit Külsheim-Bronnbach und verabschiedet sich nacheinander in den Pfarrgemeinden. Er begann damit in Reicholzheim.

Reicholzheim. Der von etwa 130 Gläubigen besuchte Gottesdienst am Samstag in der Kirche St. Georg wurde verschiedenen Mitwirkenden schön gestaltet. Pater Mariusz sagte zu Beginn, es sei nun Zeit, Abschied zu nehmen. Er wolle sich persönlich bedanken für gute vier Jahre in der Seelsorgeeinheit und alle in die Gebete mit einschließen. In seiner Predigt betonte er, der Gläubige erkenne, dass jeder seinen Platz im Leben mit seiner speziellen Sendung habe, jeder in seiner persönlichen Art.

Die vier Jahre seien schnell vergangen, so der Pater aus der Ordensgemeinschaft der "Missionare von der Heiligen Familie". Er sei Gott sehr dankbar für diese Zeit und für diese lebendige Gemeinde. Er habe eine Menge Güte, Liebe und Freundschaft sowie eine harmonische Zusammenarbeit erlebt.

Pater Mariusz erzählte die kleine Geschichte von den Stäbchen, die nur als Bündel stark sind. "Solange ihr zusammenhaltet, seid ihr stark. Jeder alleine für sich aber ist schwach", gab er seinen Zuhörern mit auf den Weg. Der Pater unterstrich, er merke immer mehr, dass die Kirche nicht nur ein Gebäude sei, sondern eine Gemeinschaft von Menschen sei, die an Christus glaube und versuche, Gemeinschaft zu leben.

Der Prediger führte aus, diese lebendige Gemeinschaft schöpfe Leben aus vier Quellen. Er nannte das "Wort Gottes", denn das Evangelium der Liebe und der Hoffnung sei Grundlage, die das Leben schenke. Er verwies auf die "Eucharistie". Ohne das Feiern der Heiligen Messe könne man nicht Christ sein. Weiter stellte der Pater die "Caritas" heraus, die Hilfe für die Menschen. Denn ohne die Unterstützung für die Kleinen und die Schwachen sei der Glaube tot. Schließlich benannte er als vierte Quelle die "Einheit". Aus der Einheit der Gruppen einer Pfarrgemeinde komme Leben und Kraft.

Pater Mariusz nutzte ein einprägsames Bild, damit alle verstehen können, was eine Pfarrgemeinde sein solle. Eine Handvoll Mehl sei alleine vom Wind leicht zu zerstäuben. Erst wenn weitere Zutaten hinzukämen, würde daraus ein Kuchen oder ein Brot. Auch in der Gemeinde gelte, "einzeln können wir nichts". Die Pfarrgemeinde als Gemeinschaft habe er in den vergangenen vier Jahren erlebt, sagte der Pater. Nun könne er sagen, dieser Ort, diese Gemeinde, diese Menschen seien "mein Haus, in dem ich mich immer gut fühlte".

Der scheidende Geistliche dankte vielen, die ihn durch Mitarbeit, gute Worte und Freundlichkeit unterstützt haben: "Ich verdanke Ihnen viel." Pater Mariusz griff schließlich zur Gitarre und verabschiedete sich singend mit "Danke für diese guten Jahre, Danke, die ich bei Ihnen war, Danke für Euer Lachen und Freude, ich vergesse Euch nie."

Die Fürbitten kennzeichneten "Kraft, Mut, Hoffnung und Zuversicht" als Wünsche für des Paters Zukunft. Musikalisch mitgestaltet wurde der Gottesdienst von einer aus einer Firmgruppe entstandenen Instrumentalgruppe mit Gesang (Leitung Nicole Bühlmann), von Organistin Regina Oetzel, Solist Heinz Wolf und einer örtlichen Flötengruppe. Die Ministranten und jungen Musiker verabschiedeten sich von dem Pater mit einem gemeinsamen Lied, mit wohlmeinenden Worten, mit stärkendem Obst und einer Erinnerungsgabe mit Unterschriften.

Für die Pfarrgemeinderäte und namens aller Gruppen in der Pfarrgemeinde Reicholzheim sprach Frank Kleinehagenbrock dem Pater Dank aus. Dieser habe sich gut in Gruppenstunden, Erstkommunion oder Osternacht eingebracht, "harmonisch, einvernehmlich". Kleinehagenbrock überreichte Pater Mariusz ein Erinnerungsgeschenk.

Nach dem Gottesdienst gab es vor der Kirche hinreichend Möglichkeiten, in zwangloser Art und Weise persönlich auf Wiedersehen zu sagen.

Pater Mariusz verabschiedete sich sonntags in Dörlesberg, Uissigheim sowie Steinbach und will dies am nächsten Wochenende auch in Hundheim, Külsheim und Eiersheim tun. Er wird Anfang September in die Seelsorgeeinheit Billigheim-Neudenau-Schefflenz wechseln, um mehr Erfahrungen und Kontakte mit verschiedenen Kirchengemeinden zu sammeln. Sein Nachfolger wird Vikar Pater Jaroslaw Paczkowski MSF.