Wertheim

„Mensch ärgere Dich nicht“-Turnier Jugendabteilung des FC Höhefeld organisierte Veranstaltung zum vierten Mal

Jeder Rauswurf sorgt hier für Stimmung

Archivartikel

„Mensch ärgere Dich nicht“ ist ein Klassiker der Gesellschaftsspiele. Es gibt sogar Weltmeisterschaften. Am Samstag fand das vierte „MÄDN-Turnier“ der Jugendabteilung des SV Höhefeld statt.

Höhefeld. Heimelig und zugleich spannend ist die Atmosphäre in der Dorfgaststätte zu Beginn des Turniers. Die Teilnehmer werden durch das Los auf die verschiedenen Tische verteilt. In den ersten drei Runden sind noch alle Starter dabei. Danach spielen die 16 Besten gegeneinander und dann die letzten Acht. Später, in der Finalrunde, sind es noch vier Spieler.

Die jüngste Turnier-Teilnehmerin ist elf, die älteste 83 Jahre alt. Auch aus den Nachbargemeinden sind Spieler angereist. Sie alle freuen sich schon auf spannende Partien.

Endlich gibt Vorsitzender und Organisator Norbert Kippes das Startsignal: ab sofort dürfen die Würfel rollen.

„In den ersten Runden geht alles noch recht ruhig zu“, weiß Kippes. „Doch mit jedem weiteren Spiel wird es spannender und umkämpfter.“ Seine Frau Astrid Kippes, die bei der Turnier-Vorbereitung mitgeholfen hat, geht an dem Nachmittag von Tisch zu Tisch und kümmert sich um ihre Schützlinge.

Mit dabei ist wieder die zwölfjährige Marie Stemmler, die die in den vergangenen beiden Jahren das Turnier gewonnen hat. Sie erklärt ihre Strategie: „ Ich konzentriere mich zuerst auf ein Männchen, um es ins Ziel zu bringen.“

Volle Konzentration

Am einen Tisch geht es derweil hochkonzentriert zur Sache. Daneben wird gefeixt und viel gelacht. „Irgendwie habe ich mit den Sechsern heute kein Glück. Ich probier’s noch mal. Ha, geht doch. Ich habe das Gefühl, ich müsste mit den Würfeln ein wenig reden, dann klappt es auch“, stellt Uwe Landeck an Tisch vier schmunzelnd fest. Seine Gegenspielerin Marion Hörner erklärt: „Mir geht es um den Spaß. Das Würfelglück entscheidet dann, wer gewinnt.“

Die Spieler an Tisch fünf sind mit Runde eins als erste fertig. „Bis jetzt waren wir immer alle beim Turnier dabei“, berichtet Linda. „Beim ersten Mal hatte ich sogar Muskelkater vom vielen Lachen.“

Wenn es einer älteren Dame gelingt, einen „Kontrahenten“ „hinauszuwerfen“ kickt sie scheinbar genüsslich dessen Männchen vom Feld und lacht dabei. Der eine nimmt es mit Humor, andere reagieren schon mal etwas lauter. Aber bei allen steht immer der Spaß im Vordergrund.

Die erste Runde spielt Marie mit schwarzen Figuren. „Das bringt mir kein Glück“, sagt sie. Nächste Runde, neuer Tisch, neue Gegenspieler und neue Chance: Marie hat dieses Mal Grün und ist wieder konzentriert dabei. Sie schafft es bis unter die letzten 16 Teilnehmer.

Manchmal ist der Wurm drin

„Manchmal scheint der Wurm drin zu sein. Kein Sechser lässt sich Würfeln. Und dann klappt es doch und man wird wieder geschmissen – und das kurz vor dem sicheren Einlochen“, beschwert sich ein junger Mann über sein Schicksal. Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich die Runden verlaufen. Je nachdem, wer gemeinsam am Tisch sitzt, geht es eher ruhig, laut oder lustig zu.

Nach über drei Stunden stehen die vier Finalisten fest: Björn Landeck, Julia Kippes, Karin Sorge und Christa Klingert haben es bis in die letzte Runde geschafft. Am Ende ist Fortuna Björn Landeck hold.

So Manchem wurde während des Spiels erst bewusst, warum das Spiel „Mensch ärgere dich nicht“ heißt.