Wertheim

Feierstunde Polizeipräsident Hans Becker führt den neuen Leiter des Wertheimer Reviers offiziell ins Amt ein

Jeßberger übernimmt „gemähte Wiese“

Archivartikel

Amtswechsel in der Villa Langguth: Matthias Jeßberger löst Olaf Bamberger als Leiter des Polizeireviers Wertheim ab. Gestern war offizielle Stabübergabe.

Wertheim. „Das dürfte es jetzt gewesen sein.“ Polizeipräsident Hans Becker gab sich hoffnungsfroh, dass die Zeit der Führungswechsel in den großen Revieren des Main-Tauber-Kreises nun erst einmal vorbei ist. Gestern übergab Becker in einer Feierstunde im Arkadensaal des Rathauses die Leitung des Wertheimer Reviers an den Ersten Polizeihauptkommissar (EPHK) Matthias Jeßberger und verabschiedete dessen Vorgänger, EPHK Olaf Bamberger.

Diesen hatte er vor wenigen Wochen als neuen Chef im Revier in Bad Mergentheim eingesetzt. Ebenso wie Becker freute sich der Leitende Polizeidirektor Wolfgang Reubold, der die Begrüßung übernahm, über die Teilnahme zahlreicher Gäste an der Veranstaltung. Dies sei ein Zeichen für die hohe Wertschätzung für Bamberger und Jeßberger.

Gerade dem Amtswechsel in Wertheim maß der Polizeipräsident aus verschiedenen Blickwinkeln besondere Bedeutung bei. So komme den Kollegen Vorbildfunktion für den Nachwuchs, der auf dem Reinhardshof ausgebildet werde, zu. „Polizeireviere sind und bleiben die ersten Ansprechpartner für die Bürger vor Ort“, versicherte Becker.

Deshalb versuche man auch, mit Personalentscheidungen für Kontinuität zu sorgen. Olaf Bamberger könne stolz auf das Erreichte in Wertheim sein, Matthias Jeßberger bringe die besten Voraussetzungen dafür mit, das Revier erfolgreich in die Zukunft zu führen.

„Wir haben uns sicher gefühlt“

Namens der Stadt Wertheim verabschiedete Dezernatsleiter Helmut Wießner den ehemaligen Revierleiter und erinnerte daran, dass dessen Anfangszeit in Wertheim zusammengefallen sei mit der Ankunft der Flüchtlinge auf dem Reinhardshof. Die sich dadurch ergebenen zusätzlichen und ganz neuen Herausforderungen hätten Bamberger und sein Team gemeistert und darüber auch die „normale, alltägliche Polizeiarbeit nicht vernachlässigt.

„Wir haben uns sicher gefühlt“, konstatierte Wießner. Mit Jeßberger komme nun wieder ein Polizeibeamter, der Wertheim und die Region wie seine Westentasche kenne. Der Dezernatsleiter sicherte dem neuen Revierleiter die Unterstützung der Stadt zu. Man freue sich auf die weitere harmonische Zusammenarbeit.

Der Leitende Oberstaatsanwalt Andreas Herrgen sprach für die Staatsanwaltschaft Mosbach Grußworte, Jürgen Heinrich übernahm dies für den Personalrat. Dies sei „ein Amtswechsel der besonderen Art“, betonte Erster Polizeihauptkommissar Olaf Bamberger.

Normalerweise gingen scheidende Revierleiter in den Ruhestand, „doch dafür fühle ich mich dann doch noch zu jung“. Er sei „sehr stolz darauf, Chef des Polizeireviers Wertheim gewesen zu sein“, unterstrich Bamberger. „Es war eine intensive, lehrreiche und äußerst schöne Zeit“, die aber zu kurz gewesen sei, um von einer Ära zu sprechen. Auch er erinnerte an die ungewöhnlichen Anfänge, begann er doch, „entgegen aller Gepflogenheiten“ seinen Dienst in Wertheim Mitte des Monats.

Start auf hohem Niveau

Eine Pressekonferenz nach der Brandstiftung in der Turnhalle am Reinhardshof sei sein erster dienstlicher Termin gewesen. Die Beamten des Wertheimer Reviers hätten sich vor allem in den Jahren 2015 und 2016 Herausforderungen in bis dahin nie dagewesener Art und Weise gegenübergesehen und hätten diese bewältigt, zeigte sich Bamberger nicht nur an dieser Stelle dankbar.

Mit dem Titel „Fluch der Karibik“, seinerzeit Einlauflied des VfB Stuttgart, jetzt gespielt von zehnjährigen Magnus Jeßberger auf der Trompete, gab der neue Revierleiter einen Einblick in frühere Tätigkeiten in der Landeshauptstadt.

In Wertheim übernehme er von Bamberger „eine gemähte Wiese, sprich ein gut geführtes Revier. Das lässt mich auf hohem Niveau starten“, so Jeßberger. Deshalb gebe es auch keinen Grund, wesentliche Dinge zu verändern. Umrahmt wurde die Feierstunde vom Saxofonensemble des Landespolizeiorchesters.