Wertheim

Jetzt schallt es vom anderen Ufer herüber

Archivartikel

In der Weihnachtsbäckerei gibt es so manche Leckerei. Und diese Spezialitäten finden, so wie es den Anschein hat, gerade ihren Weg in die diversen Geschäfte. Auch in den ersten Läden in unserer Region sind Lebkuchen, Spekulatius und ähnliches schon aufgetaucht. Wird aber auch allerhöchste Zeit. Bis Heiligabend sind es schließlich gerade mal noch 115 Tage.

Wesentlich kürzer, nämlich nur noch eine Woche, dauern die Sommerferien. Schon klar, daran möchten die Schülerinnen und Schüler am liebsten nicht erinnert werden. Aber so ist nun mal der Lauf der Welt. Alles hat ein Ende, selbst die schönste Zeit des Jahres. Die, rein wettertechnisch, den Namen diesmal auch redlich verdient hat. Im Freibad in den Christwiesen bereitet man sich derweil auf den Abschluss der Saison vor. Es war eine höchst erfolgreiche, selbst wenn die so oft erwähnte Schallmauer von 100 000 Besucherinnen und Besuchern ganz knapp verfehlt werden sollte. Aber vielleicht klappt es ja doch noch? So eine klitze-kleine Chance besteht. Bis morgen in einer Woche hat das Schwimmbad noch geöffnet. Traut man der Vorhersage, dann gibt es in der Hälfte dieser Zeitspanne sommerliche Temperaturen, was heißt, 25 Grad oder etwas mehr. Nun strecken die Wertheimerinnen und Wertheimer ja gemeinhin erst bei mindestens 30 Grad einen Zeh ins Schwimmbadwasser. Wenn sie davon nun, des großen Ziels wegen, ein bisschen abrücken würden, könnte das mit den 100 000 eventuell doch noch funktionieren. Verdient hätten es die Verantwortlichen dort allemal. Schließlich haben sie sich alle Mühe gegeben.

Irgendwie haben wir es heute mit Zahlen. Zwischen dem Ende der Sommerferien und Heiligabend liegt der 11.11. Also jetzt nicht genau mittig, aber doch.

72 Tage sind es bis dahin noch. Und mancherorts scharren die Narren jetzt schon ungeduldig mit den Füßen, können kaum abwarten, bis es losgeht.

Wobei diejenigen, die eine Sitzung vorzubereiten haben, gar nicht bis zu diesem „magischen Datum“ warten (können). Für viele von ihnen beginnt die Saison praktisch jetzt. Programme sind zusammenzustellen, Mitwirkende zu gewinnen. Und so weiter, und so fort.

Wie Sie hören – hören Sie nichts. Jedenfalls dann nicht, wenn Sie diese Glosse zu normaler Tageszeit lesen. Gestern Abend dürfte das etwas anders gewesen sein und heute Abend auch wieder. Schließlich läuft auf der rechten Mainseite seit Freitag das Kreuzwertheimer Heimat- und Quätschichfest. Mit allem, was dazugehört. Also auch (lauter) Musik. Ob es jemanden gibt, der sich daran stört, der Beschwerde führt, womöglich gar Klage erhebt? Wir hoffen mal nicht und gehen auch nicht wirklich davon aus. Die Wertheimer Burgziegen jedenfalls werden bestimmt nicht meckern. Zum einen haben sie das schon bei Veranstaltungen in ihrer unmittelbaren Nähe nicht getan (jedenfalls ist nichts davon bekannt geworden). Zum anderen sind sie gar nicht da, zumindest die meisten nicht. Der anhaltend lange, heiße und vor allem trockene Sommer hat den vorzeitigen Umzug ins Winterquartier notwendig gemacht. Klingt irgendwie paradox, ist aber traurige Realität. Wenn es nichts zu fressen gibt, wird auch die zahmste Ziege fuchtig. So haben die Vierbeiner auch nicht das bislang erfolgreichste Burgfilmfest miterlebt. Das wiederum dürfte für Innenstadt- und Burgmanager Christian Schlager ein schöner Ausgleich, vielleicht sogar eine Art Entschädigung, für all den Ärger rund um andere Veranstaltungen auf der Burg gewesen sein.

Apropos Ärger: Ganz ohne den geht es wohl nicht, im Vorfeld der Wertheimer Michaelis-Messe. Auch in diesem Jahr brodelt(e) es wieder hinter den Kulissen. Mal sehen, ob man davon etwas merkt, wenn es losgeht. Bis zum Bieranstich sind es übrigens noch 29 Tage.