Wertheim

Am Amtsgericht verhandelt Diebstahl und Verstoß gegen das Waffengesetz

Junger Mann muss in Dauerarrest

Archivartikel

wertheim.Ein 19-jähriger Mann, dem Jugendamt und der Justiz gut bekannt, entwendete im August 2018 in einem Tauberbischofsheimer Drogeriemarkt eine Parfüm-Testflasche. Bei der fälligen Personenkontrolle entdeckte die Polizei bei ihm einen Schlagstock, dessen Besitz nicht erlaubt ist.

Wegen Diebstahls (Straftat) und Verstoßes gegen das Waffengesetz (Ordnungswidrigkeit) musste er sich vor dem Amtsgericht Wertheim verantworten, da er zum Tatzeitpunkt hier wohnte.

Der Vertreter der Jugendgerichtshilfe (JGH) erklärte, der Beschuldigte stamme aus einer Familie mit zerrütteten Verhältnissen, und so kam Jugendstrafrecht zur Anwendung. Die Richterin verwarnte den inzwischen 20-Jährigen und verhängte drei Wochen Dauerarrest. Der Beschuldigte müsse begreifen, dass er mit dem bisherigen Verhalten nicht weiterkomme.

Nur sechs Wochen vor den jetzigen Taten, verwarnte das Gericht den Angeklagten wegen gefährlicher Körperverletzung und falscher Verdächtigung. Er hatte auf dem Parkplatz des Schulzentrums in Bestenheid mit einem Feuerzeug die Haare einer Mitschülerin angezündet und einen Mitschüler denunziert.

Aus den guten Vorsätzen, die der Angeklagte damals äußerte, wurde nichts. Er erfüllte auch die gerichtliche Auflage, an einem sozialen Trainingskurs teilzunehmen, nur teilweise und „schwänzte“ ansonsten. Die Antwort des Gerichts waren zwei Wochen Arrest. Eine Woche hat der Beschuldigte abgesessen.

Im vorliegenden Fall räumte er die Vorwürfe ein. Den Schlagstock habe er „wegen der Russen, die in Gruppen auftreten“ zur eigenen Sicherheit gekauft. Der junge Mann stammt aus Südamerika und lebt seit 2016 ständig in Deutschland.

Zu Hause ist er ausgezogen und hat im Raum Tauberbischofsheim bei einer Familie Unterschlupf gefunden. Dieses Umfeld bezeichnet die JHG als „hochproblematisch“. Alle Kinder seien vom Jugendamt fremd untergebracht. Beim Angeklagten dringe man mit Worten nicht durch. Er trete großspurig auf und riskiere eine „dicke Lippe“.

Die drei Wochen Arrest sind zentral in Rastatt zu erfüllen. Die Richterin warnte den Beschuldigten, mit dem bisherigen Auftreten werde keine Firma ihn einstellen. goe