Wertheim

Leserbrief Zum Artikel „Eine Spur kommt nicht...“ (FN, 2. August)

Kein Ausweich bei Notfall

Dass Herr Volker Mohr die Sicherheit der Abbiegevorgänge bei den Änderungen der Abbiegespuren an Wartberg und Reinhardshof im Blick hat, freut mich. Dennoch geht es auch mir so, dass ich nicht unreflektiert alle Aktionen und Vorschläge eines „Experten“ nachvollziehen und gutheißen kann.

Hintergrund der Änderungen sind die jüngsten und schweren Unfälle in diesem Bereich. Wie schon Herr Schleßmann in einem Leserbrief festgestellt hat, ist ein extrem verkehrsregelwidriges Verhalten der Unfallverursacher auch mit den neuesten Änderungen nicht vermeidbar. Leidtragende der Aktion sind die „richtigen“ Autofahrer, die nun beim Abbiegen stadteinwärts nur beim ersten stadtauswärts kommenden Fahrzeug erkennen können, ob dieses abbiegen oder weiterfahren möchte. Längere Wartezeiten sind die Folge. Gleichzeitig müssen nun alle „Geradeausfahrer“ abbremsen und erneut beschleunigen, wenn vor ihnen einer abbiegt.

Hätte man die Abbiegespuren wie innerorts üblich (rechtzeitig!) auf der Fahrbahn mit einem Abbiegepfeil markiert, wäre die Verkehrslage/ -führung klarer. Besonders für die „Weiterfahrer“ von Abbiegespur Wartberg stadtauswärts Richtung Vockenrot war nicht ersichtlich, dass man links weiterfahren soll/kann.

Bedenklich finde ich, das bei einem eventuellen Notfalleinsatz kein Ausweichen selbst langsam fahrender Fahrzeuge nun möglich ist, zumal die betreffende Straße Zuweg zum Krankenhaus darstellt.

Generell ist aber in der gesamten Verkehrsführung in und rund um Wertheim für mich ein „Abbiegevorgang-Absichern“ seitens des Referats „Öffentliche Sicherheit und Ordnung“ nicht erkennbar.

Aus vielen möglichen Situationen möchte ich nur eine herauspicken: Links und rechts der Bestenheider Landstraße ist es Radlern und Fußgängern erlaubt, die Wege von Wertheim nach Bestenheid zu verwenden. Als Berufspendler per Rad (rechts in Fahrtrichtung fahrend) vergeht keine Woche, in der ich nicht gefährliche Abbiegevorgänge durch Pkw-Linksabbieger in die Reichenberger Straße beobachte, weil in deren toten Winkel ein Radler auf der linken Seite fährt. Für Radler und davon erst recht für jüngerer Verkehrsteilnehmer (Schüler!) kann durch ein schlichtes Entfernen der betreffenden Radwegeschilder linksseitig ein deutliches Sicherheits-Plus erreicht werden.

Ich freue mich über weitere Aktionen des Referates und durch Herrn Mohr, die Verkehrssituation in und um Wertheim weiter sicherer zu machen und wünsche dafür das richtige Händchen und die nötige Transparenz gegenüber der Bevölkerung. Dafür bedanke ich mich.