Wertheim

Fipronil Sonderkontrollprogramm des baden-württembergischen Landwirtschaftsministeriums bei Eier und Flüssigei-Verarbeitung

Keine Rückstände nachgewiesen

"Eier aus Baden-Württemberg sind bedenkenlos zu genießen", sagt Landwirtschaftsminister Peter Hauk.

Main-Tauber-kreis. "Die größeren Betriebe haben wir alle getestet und ich kann sagen, dass sie fipronilfrei sind", sagt Peter Hauk, Minister für Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Baden-Württemberg. Bis Montag sollen die Ergebnisse aller Untersuchungen von Eiern und der Flüssigeiverarbeitung aus dem Sonderkontrollprogramm vorliegen. Die Lebensmittelchemiker am Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt in Freiburg hatten bis gestern zusätzliche Kontrollen durchgeführt, wie der Minister auf Anfrage der Fränkischen Nachrichten betonte.

"In keiner der Proben aus Baden-Württemberg konnte man Rückstände von Fipronil nachweisen." Lediglich bei einigen Proben von Eier, die aus Niedersachsen stammten, hat man das Mittel gefunden. Eier aus Süddeutschland seien alle in Ordnung. "Für die Verbraucher, aber auch für die heimische Landwirtschaft ist das eine sehr gute Nachricht", so der Minister. Die Landwirtschaft habe ordentliche Arbeit geleistet und nichts gepanscht. Das "schwarze Schaf" sei kein Lebensmittel produzierender Betrieb gewesen, sondern eine Reinigungsfirma, kritisiert er, dass nun alle Produzenten über einen Kamm geschert werden.

Die Reaktion des Handels, teilweise gleich alle Eier aus dem Verkauf zu nehmen, fand er überzogen. "Man darf nicht die ganze Branche in Misskredit bringen."

Ständige Kontrollen

Da ein Großteil der Eier in verarbeiteten Lebensmitteln konsumiert wird, ging man auch gezielt auf die größeren im Land ansässigen Lebensmittelunternehmer zu, die Flüssigei herstellen oder verarbeiten. "Die Überwachungsbehörden sind angehalten, diese Betriebe hinsichtlich der Herkunft der verwendeten Eier und der durchgeführten Eigenkontrollen zu kontaktieren. In Zweifelsfällen werden amtliche Proben entnommen", erklärte der Minister.

Ziel der Maßnahmen des Landes sei es, den Verbrauchern einen bestmöglichen Schutz vor unerwünschten Fipronil-Rückständen zu gewährleisten. Bisher wurden Lebensmittel schon auf Fipronil getestet, allerdings eher bei Gemüse. Nun habe man den Stoff auch bei Eiern weiterhin im Fokus. Laut Hauk hat man in Baden-Württemberg eine hohe Untersuchungsdichte mit breit gefächerten Untersuchungsmethoden. Der Verbraucher könne sich darauf verlassen, dass die Produzenten, die stark regional verbunden sind, auch ihre Kundenbeziehungen nicht gefährden wollen.

"Eier aus Süddeutschland kann man bedenkenlos und mit Genuss verspeisen", ist Hauks eindeutiges Plädoyer an die Verbraucher, regional zu kaufen. Das verursache weniger Emissionen und trage zur Wertschöpfung in der Region bei, sprach er von einem "guten ökologischen Fußabdruck". Ganz verbieten würde Minister Hauk Fipronil nicht. "Das Mittel war nie für den Einsatz bei der Lebensmittelproduktion gedacht", unterstrich er.