Wertheim

Glasmuseum Workshops zur Herstellung von Pflanzenwasser

Kosmetik selbst produzieren

Archivartikel

wertheim.Das Glasmuseum Wertheim bietet in diesem Jahr drei Workshops an, die sich mit der uralten Kunst der Destillation und des Seifensiedens beschäftigen: „Herstellung von Pflanzenwässern - von Duft-, Heil-, Gewürzpflanzen und Unkräutern“, „Naturkosmetik herstellen“ und „Seifen sieden“.

Damit möchte das Glasmuseum auf die wichtige Rolle der gläsernen Laborgeräte hinweisen, deren Bedeutung bereits die Alchimisten der Antike beim Herstellen von Heilmitteln, Düften, Tinkturen oder bei ihren alchimistischen Experimenten erkannt haben: Glas ist durchsichtig, beständig gegenüber Säuren und Laugen, hygienisch, geschmacks- und geruchsneutral. Diese Vorzüge des Materials Glas gegenüber anderen Materialien führten letztendlich zur Entwicklung der Wertheimer Laborindustrie und deren Bedeutung für Chemie, Medizin, Wissenschaft und Technik.

Alle drei Workshops leitet Leoni Sittler aus Hafenlohr. Leoni Sittler ist staatlich geprüfte Masseurin und medizinische Bademeisterin, Aromatherapeutin in Ausbildung und geprüfte Kräuterführerin. Ihr Wissen um Pflanzenstoffe vermittelt sie ganz im Sinne des griechischen Arztes Hippokrates: „Eure Nahrungsmittel sollen eure Heilmittel und Eure Heilmittel sollen Eure Nahrungsmittel sein.“

Im ersten Workshop „Herstellung von Pflanzenwässern - von Duft-, Heil-, Gewürzpflanzen und Unkräutern“ geht es darum, dass Pflanzen nicht nur als Nahrungsmittel Verwendung finden, sondern dass deren wertvolle Substanzen auch für den medizinischen und kosmetischen Bereich nutzbar sind. Leoni Sittler zeigt, wie man Kräuter, zum Beispiel Lavendel oder Kräuter der Teilnehmer destilliert. Duftwässer (Hydrolat) mit seinen Inhaltsstoffen wirken sich positiv auf unseren Körper aus, denn Hydrolate haben eine ähnliche Wirkung wie ätherische Öle - sie sind nur viel milder.

Das kostbare Pflanzen-Kraft-Wasser wird in der Küche und bei der Körperpflege genutzt und kann innerlich und äußerlich angewendet werden. Schwerpunkt des Workshops ist laut Leoni Sittler das Herstellen von Pflanzenwasser, um es im kosmetischen Bereich zu verarbeiten. Sie sagt: „Wenn wir Pflanzen destillieren, dann wird unsere Küche zum Labor, und wir verbinden uns mit den großen Alchimisten dieser Erde.“ Der zweite Workshop „Naturkosmetik herstellen“ beschäftigt sich - wie der Name sagt - mit der Herstellung natürlicher Kosmetika wie Badebomben, Gesichtscremes oder der Lippenpflege. Leoni Sittler stellt mit den Teilnehmern unterschiedliche Öle vor, vor allem solche, die zur Heil- und Schönheitspflege verwendet werden können. Im letzten Workshop geht es um die Kunst des „Seifensiedens“. Die Teilnehmer kreieren jeweils zwei Seifenblöcke mit etwa zwölf Seifenstücken mit Wirkstoffen, Farben, Düften nach eigener Wahl, zum Beispiel mit Kaffee als Küchenseife gegen Knoblauch- und Zwiebelgeruch. Zuvor bespricht Leoni Sittler die Auswahl der Öle und Fette, die bei der Herstellung von Seifen verwendet werden und erklärt, warum die Qualität der Rohstoffe für unsere Haut so wichtig ist.

Diese Seifen sind rückfettend und machen Handcremes dadurch überflüssig. Sie enthalten keine Konservierungsstoffe und sind daher für Allergiker geeignet. Bevor im praktischen Teil die Seifenrezepte Schritt für Schritt in die Tat umgesetzt werden, bespricht Leoni Sittler die Sicherheitsvorkehrungen, die beim „Seifensieden“ zu beachten sind - denn um die Verseifung auszulösen, muss mit Lauge gearbeitet werden. Deshalb ist eine Teilnahme erst ab 16 Jahren möglich.