Wertheim

Frankenbund Orgelwanderung am 6. Oktober führt von der Wehrkirche in Urphar nach Kloster Bronnbach

Kostbare „Königin der Instrumente“

Archivartikel

Wertheim.Der Frankenbund mit Sitz in Würzburg führt am 6. Oktober eine Orgelwanderung durch. Von der Jakobskirche in Urphar geht es nach Kloster Bronnbach. Unter der Leitung von Prof. Arno Leicht, der viele Jahre an der Musikhochschule in Nürnberg tätig war, geht es zu zwei besonderen Kleinoden.

Die Jakobskirche in Urphar ist Ausgangspunkt der Orgelwanderung. Dieses Gotteshaus fußt auf einer über 1000 Jahre alten Wehrkirche. Von außen lässt der schlichte Bau kaum vermuten, was den Besucher im Innern erwartet: Großflächige Fresken aus dem frühen 14. Jahr-hundert, Jahrhunderte alte Kirchenbänke sowie doppelgeschossig umlaufende Emporen dominieren das Kircheninnere. Über die Kostbarkeiten dieses Baudenkmals wird Fr. Segner die Teilnehmer bei ihrer Kirchenführung informieren.

Fast im Urzustand

Auf der zweiten Empore befindet sich, fast noch im Urzustand, die Orgel des mainfränkischen Orgelbauers Johann Conrad Wehr aus dem Jahre 1780. Ihren Klang wird Arno Leicht, emeritierter Professor an der Musikhochschule Nürnberg, zu Gehör bringen und auch die Funktionsweise dieses Instruments erläutern.

Das Urpharer Gotteshaus liegt an einem Pilgerweg von Miltenberg nach Rothenburg ob der Tauber. Diesem Weg folgen die Teilnehmer bei der Wanderung zum Kloster Bronnbach. Nach einem etwas steileren Anstieg, der auch mit dem Auto zurückgelegt werden kann, befindet man sich auf einem Hochrücken, der sich zwischen dem Main- und dem Taubertal erstreckt. Auf weitgehend gut begehbaren Wegen abseits der Straße gibt es immer wieder lohnende Ausblicke in die weite Landschaft.

Auf halber Strecke werden die Teilnehmer im Freien picknicken. für einige Sitzplätze ist gesorgt. Brotzeit und Getränke bringt jeder selbst mit. Nach der Rast geht es hinunter ins Taubertal zum Kloster Bronnbach, eine Mitte des 12. Jahrhunderts gegründete Zisterzienserabtei.

Das Kloster wurde erst im Rahmen der Säkularisation 1803 aufgegeben. 1985 kaufte der Main-Tauber-Kreis die Liegenschaft, um die Klostergebäude Stück für Stück als Kulturzentrum im Taubertal wieder herzurichten.

Die seit der Gründung des Klosters vergangenen Epochen lassen sich auch an der Abteikirche Mariä Himmelfahrt ablesen. Es handelt sich um einen spätromanischen Bau mit frühgotischen Elementen. Im Inneren überwiegt die Formensprache des Barocks mit aufwendig gestalteten Altären, Chorgestühl und Kanzel. Deutlich erkennbar ist die Nutzung der Kirche als Klosterkirche, in der der Chorraum abgetrennt ist vom übrigen Kirchenschiff.

Die Westseite der Kirche wird beherrscht durch die Orgel. Es handelt sich um ein Instrument der renommierten Würzburger Orgelbaufirma Schlimbach aus dem Jahr 1890 mit einem neugotischen Prospekt.

Die Wanderung findet am Samstag, 6. Oktober, statt. Treffpunkt ist um 10 Uhr an der Wehrkirche in Urphar. Um 14 Uhr will man in Bronnbach sein und von dort gegen 16 Uhr wieder zurück nach Urphar wandern. Die Strecke beträgt zwölf Kilometer.