Wertheim

Wertheimer Tafel Neues Fahrzeug erleichtert die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer enorm

Kühltransporter ist ein „Quantensprung“

Archivartikel

Bestenheid.Mit der Übergabe eines neuen Kühlfahrzeugs an die Wertheimer Tafel geht ein großer Wunsch der ehrenamtlichen Helfer in Erfüllung. Der Mercedes Vito wurde am Freitagmittag im Bestenheider Autohaus Michael Popp übergeben. Er ermöglicht einen Kühltransport bei sieben Grad Celsius.

Durch eine Kooperation der Daimler AG mit der Tafel Deutschland wurde das Fahrzeug zum vergünstigten Preis von 34 000 Euro abgegeben. 10 000 Euro davon stammen aus der Lidl-Pfandspendenaktion. Die restlichen 24 000 Euro hat der Förderverein der Wertheimer Tafel übernommen.

Dessen Vorsitzende Katrin Rappert stellte bei der Fahrzeug-Übergabe fest: „Das ist richtig toll.“ Die Tafeln sammelten in den Geschäften hauptsächlich verderbliche Lebensmittel ein, da diese von den Händlern bevorzugt abgegeben würden. Dementsprechend sei der Kühltransporter eine wichtige Hilfe. Montags, mittwochs und freitags werden morgens bei 15 Geschäften zwischen Stadtprozelten und Waldenhausen Waren abgeholt.

Wie Wolfgang Pempe, Geschäftsführer des Diakonischen Werks Main-Tauber-Kreis, betonte, sei vor allem an heißen Tagen das Kühlfahrzeug eine große Hilfe. Bisher hätten drei bis vier Fahrer mit ihren privaten Pkw die Waren auf verschiedenen Touren abgeholt. „Die Autos waren oft bis zum Dach vollgepackt“, berichteten die Helfer Peter Weimer und Gerhard Weber-Ade. Nun sollen die meisten Touren mit den neuen Transporter gefahren werden. Die Tafel-Verantwortlichen waren sich einig: „Das neue Fahrzeug ist ein Quantensprung.“

Pempe verwies darauf, dass die Wertheimer wie alle Tafeln im Kreis auch Lebensmittel im Verteilerzentrum der Tafeln in Lauda abholen. Diese größeren Mengen seien mit dem Transporter nun deutlich einfach zu transportieren als mit Pkw. Der Geschäftsführer: „Die Wertheimer Tafel war die einzige Tafel im Landkreis, die noch keinen Zugriff auf einen Kühltransporter hatte.“

Der 105 Mitglieder zählende Förderverein hat die 24 000 Euro Eigenanteil für das Fahrzeug in rund eineinhalb Jahren aus Rücklagen und Spendenaktionen zusammengetragen. Der Verein übernimmt die Unterhaltskosten für den Transporter.

Für Rappert und ihre Mitstreiter wäre es das Schönste, wenn die Tafel überflüssig werden würde. Doch der Bedarf wachse. Aktuell sind für die Tafel Wertheim 182 Berechtigungsscheine ausgestellt. 297 Erwachsene und 248 Kinder können damit einkaufen. An jedem der drei Öffnungstage in der Woche nutzen rund 50 Personen das Angebot. Pempe betonte: „Unsere Kunden kaufen die Waren sehr günstig, es sind keine Almosen“. Die Nutzer kommen aus Wertheim, Külsheim, Freudenberg, Kreuzwertheim und Hasloch.

Viele der angebotenen Lebensmittel kommen aus privaten Spenden und durch Aktionen wie „Kauf eines mehr“ in den Laden. Dieser könne generell nicht betrieben werden, wenn es die zahlreichen freiwilligen Helfer nicht geben würde. In Wertheim arbeiten rund 45 Ehrenamtliche mit, die im Jahr insgesamt etwa 8000 Stunden leisten. Der Altersdurchschnitt der Helfer liegt bei 70 Jahren, der Älteste ist 83 Jahre. Dieter Adelmann, ehrenamtlicher Leiter der Tafel, betonte: „Weitere Helfer sind immer willkommen.“ Pempe ergänzte:“ Wir sind hier auf Nachwuchs angewiesen.“

Wie Rappert erklärte, gehe es den Tafel-Verantwortlichen auch darum, „Lebensmittel zu retten, die nicht mehr so schön aussehen, aber dennoch genießbar sind“. Um die Bevölkerung für die Tafel-Arbeit zu sensibilisieren, arbeite man auch mit Schulen zusammen.

Der Schlüssel für das neue Fahrzeug wurde von Katja Meißner-Hoff, Vertreterin von Mercedes Benz, an Adelmann übergeben. bdg