Wertheim

Haushaltsmittelanforderung Ortschaftsrat Sonderriet stellt Sanierung des Feuerwehrhauses auf Platz eins

Langgehegte Wünsche erfüllen

Im Mittelpunkt der Ortschaftsratssitzung in Sonderriet standen die Haushaltsmittelanforderungen und der Sachstand verschiedener Maßnahmen in der Ortschaft.

Sonderriet. „Wir geben uns wie gewohnt bescheiden“, stellte Ortsvorsteher Kurt Kraft am Mittwoch in der Mehrzweckhalle zu den Haushaltsmittelanforderungen 2020 fest. Die meisten der fünf Punkte stehen schon lange auf der Wunschliste des Dorfs. Für das Jahr 2019 sind 40 000 Euro für die Sanierung der Heizung im Feuerwehrhaus eingestellt. Die Arbeiten müssen noch ausgeführt werden. Für 2020 beantragte der Ortschaftsrat Gelder für die Behebung von Baumängeln am und im Gebäude. „Vor Planungsbeginn muss eine umfassende Bestandserhebung und Neukalkulation der Kosten erfolgen“, betonte Kraft. Die bisher im Haushalt 2020 vorgesehenen Mittel für die Sanierung seien dürftig bemessen.

Weitere Forderungen

Auf Platz zwei der Anforderungen steht die Erneuerung der Straßenbeleuchtung im Weiherbachweg. Die über die Straße hängende Lampe im Bereich des Brandweihers beleuchte den Gehweg nur unzureichend. Der Ortschaftsrat möchte, dass die Beleuchtungsqualität in der gesamten Straße geprüft und ein Konzept erstellt wird. Der Gehweg dort werde oft von Bewohnern der Hofäckerstraße für ihren Weg Richtung Halle und deren Umgebung genutzt.

Auf Rang drei steht die teilweise Schwarzdeckenerneuerung des Hardheimer Wegs. Hier löst sich die Decke schon in Teilen auf. Zudem schlägt das Gremium vor ein kreisstadtweites Straßenzustandskataster als Grundlage für Sanierungsentscheidungen zu erstellen. Unter Punkt vier beantragte man Gelder für einen neuen Unterstand der Abfallcontainer an der Mehrzweckhalle. Hier gibt es bisher nur einen alten, wenig optimalen Holzverschlag.

Der letzte Punkt der Anforderungen betrifft Gelder für ein Sonnensegel über dem Matschplatz am Spielplatz. Die Räte erklärten, die Sommer würden immer heißer und der Platz sei in praller Sonne für die Kinder kaum nutzbar.

Kraft ging auf die Wahlen ein. Die Wahlunterlagen sollten in der nächsten Woche bei den Bürgern ankommen. Er erklärte die Regeln für die Europawahl sowie die verschiedenen Kommunalwahlen. In Sonderriet kandidieren vier Bürger auf einer Liste: Glasbläser Udo Kempf, Berufssoldat a.D. Thomas Brell, Notfallsanitäter Heiko Weimer und Berufskraftfahrer Manuel Kraft. Kurt Kraft ergänzte, die Wahlberechtigten könnten auf der Liste zusätzlich wählbare Bürger Sonderriets ergänzen, die ihrer Meinung nach ins Gremium einziehen sollen.

Diese sind so klar zu bezeichnen, dass sie zweifelsfrei zugeordnet werden können. Da bei mehreren Bewohnern Namensgleichheit vorliegen kann, riet er, die genaue Adresse des Wunschkandidaten zu ergänzen. Jeder Kandidat dürfe maximal eine Stimme erhalten und es dürfen nur so viele Stimme vergeben werden, wie es Gremiumsmitglieder gibt. „Nehmt euer Wahlrecht in Anspruch“, bat er abschließend.

Bauliche Maßnahmen

Im Punkt Sonstiges berichtete Kraft über den Fortschritt verschiedener baulicher Maßnahmen im Dorf. Für das Rathaus wurde eine neue Toilette bewilligt. Diese war nötig, da das WC bei Festen am Mehrgenerationenplatz oft genutzt wird. Aktuell gibt es zwei Kabinen mit Schüssel. In einer davon werden allerdings Putzmaterialien und weitere Utensilien gelagert, so dass sie praktisch kaum nutzbar ist. Durch den Umbau wird man Damen und Herren WC trennen. Das Herren WC wird neben einem Sitz WC auch ein Urinal beinhalten. Im Damen WC soll im hinteren Teil eine abschließbare Trennwand eingebaut werden, um Raum für die Materialien zu schaffen. Außerdem soll es an den Waschbecken der beiden Toiletten zukünftig warmes Wasser geben. Diesen Planungen stimmte der Rat einstimmig zu.

Kraft bedauerte, dass sich beim Anbau eines Gruppenraums am Kindergarten noch nichts getan hat. Dieser soll der Kleinkindbetreuung dienen. Am Montag hatte der Gemeinderat insgesamt 1,5 Millionen für den Ausbau von Kitas im Stadtgebiet beschlossen. Dazu gehört auch Sonderriet. Kraft war überzeugt, mit nur 150 000 Euro Kosten für zehn Kinder habe man eine günstige Lösung gefunden, die man einvernehmlich mit Kitaleitung, kirchlichem Träger und Nassig als Nachbar getroffen habe. „Wir müssen jetzt mit dem Bau anfangen“, forderte er. Die Plätze sollen ab dem 1. Januar 2020 verfügbar sein. „Das ist ein sportliches Ziel, da die Gelder jetzt erst freigegeben wurden.“

Hinsichtlich der aktuellen Diskussion zur Jugendarbeit im Gemeinderat lobte er die Sonderrieter Jugendlichen. Seit über 20 Jahren verwalten die jungen Menschen den Jugendraum im Dorf in Eigenverantwortung.

Wenn es mal zu Problemen kam, wurden diese durch Vereinbarung zwischen Ortsvorsteher und Jugend gelöst. „Die Lösung hat sich bewährt.“ Lob hatte er auch dafür, dass die älteren Jugendlichen die jüngeren zum Beispiel beim Vorbereiten des Maifeuers anleiten. Dank sprach er der Stadtverwaltung dafür aus, dass sie zusagte, bei geringer Eigenbeteiligung, einen neuen Fernseher für den Jugendraum zu finanzieren.

Weitestgehend abgeschlossen sind die Arbeiten am Freizeitplatz „Vorbüschl-Alm“ am dortigen WC und dem Außenbereich des Platzes. Die Toilette habe man beim Maibaumaufstellen eingeweiht. Insgesamt seien zwischen 150 und 170 Stunden ehrenamtliche Eigenleistung erbracht worden. Die meisten davon von Personen, die das Gewerk auch beruflich ausüben und so Erfahrung mitbrachten.