Wertheim

„Museumsstück“ Maggi-Flasche ein unverkennbares Design

Legendäre Flaschenform

Wertheim.Sie ist 132 Jahre alt und immer noch „en vogue“: die Maggi-Flasche. Das „Museumsstück“ aus dem Wertheimer Glasmuseum hat eine unverkennbare Flaschenform und ein legendäres Design: viereckiger Körper, langer Hals, braunes Glas, das Etikett gelb mit roter Schrift und seit 1946 mit siegelrotem statt goldenem Käppchen.

Man findet die Flasche in jedem sechsten deutschen Haushalt, wie es in der Mitteilung der Museumsverantwortlichen heißt. Erfunden hat das „Wundersößchen“ der Maggi-Firmengründer Julius Maggi am 11. Juni 1886 im Schweizerischen Frauenfeld. Damals waren Unterernährung und Kindersterblichkeit weit verbreitet. Julius Maggi sah sich daher berufen, die Ernährung von Arbeiterfamilien durch bessere Nährstoffversorgung zu verbessern. Heraus kam als preiswerter Ersatz für Fleischextrakt die Maggi-Würze in der bis heute typischen Flasche.

Nur einen größeren Katzensprung von Wertheim entfernt wurde sie vor 129 Jahren erstmals in den Spessart-Glaswerken Lohr mit deren Gründung im Jahr 1889 hergestellt. Seit 1971 heißt das Glaswerk „Gerresheimer Lohr GmbH“ und gehört zur internationalen Gerresheimer Group. 800 Millionen Flaschen und Gläser werden am Standort Lohr jährlich produziert – die Maggi-Flasche inbegriffen. Julius Maggi würde sich bestimmt freuen, wüsste er, dass auch nach 132 Jahren noch 10,3 Millionen Kilo von seiner einst als Fleischextrakt-Ersatz gedachten Maggi-Würze für den deutschen Markt produziert werden, die abgefüllt über 33,8 Millionen Maggi-Flaschen in Deutschlands Küchen landen. Die Maggi-Flasche aus dem Glasmuseum mit noch goldenem Käppchen wurde vor 101 Jahren produziert.

Nach Angaben des Museums erhält jeder Besucher, der diesen Zeitungsartikel an der Museumskasse vorlegt, solange der Vorrat reicht gratis eine Miniflasche Maggi-Würze“.