Wertheim

„Wo ist meine Pizza?“ Lesecoaching für Kirchenälteste der Emmausgemeinde in der Veitskirche

„Lies das mal, als wäre es eine Faschingskomödie“

Hofgarten.Was macht man bei der Frage „Wo ist meine Pizza?“ alles richtig? Diese Frage stellte Felix Ritter, Dramaturg und Kommunikationstrainer aus Amsterdam, den Kirchenältesten der Emmausgemeinde bei einem Lese-Workshop. Die Antwort: Man gestikuliert automatisch mit den Händen und schaut seinem Gegenüber in die Augen.

Bei der Frage „Wo ist meine Pizza?“ ist man mit der ganzen Aufmerksamkeit bei seinem Adressaten. Genau dasselbe sollte auch der Fall sein, wenn man im sonntäglichen Gottesdienst einen Text aus der Bibel vorliest, etwas, das die Kirchenältesten jede Woche tun.

Tipps vom Profi

Grund genug, sich einen Tag lang mit dieser Aufgabe zu befassen und sich von einem Profi Tipps geben zu lassen. Felix Ritter ist unter anderem Trainer der ZDF-Fernsehgottesdienste und Dozent in der praktischen Ausbildung angehender Pfarrer in den Predigerseminaren Heidelberg, Wittenberg und Loccum.

In fröhlicher, konzentrierter Atmosphäre gab er den Ältesten und Pfarrerin Dr. Verena Mätzke im Gemeindehaus im Hofgarten und in der Veitskirche viele Hinweise und verriet einige Tricks, wie die Verantwortlichen mitteilen. Dabei ging es genauso um einen guten, sicheren Stand und eine aufrechte, freie Haltung wie um Betonung, Blickkontakt und Emotionen beim Lesen. Mit spielerischem Ernst wurde mit den biblischen Texten verfahren. „Lies mal staunend!“, forderte Felix Ritter, oder „Lies mal zärtlicher!“. Aber auch: „Lies das mal, als wäre es eine Faschingskomödie!“, oder: „Sag diesen Satz mal, als wärst du paranoid!“

Alte Texte werden lebendig

Die Texte wurden mal zu Musik gelesen, mal beim Laufen durch die Kirche und mal unter begeisterten „Ja“-Rufen der Zuhörer. Die Teilnehmer waren überrascht, wie lebendig die alten Texte waren, wenn sie anders und neu gelesen wurden, und wie viel Freude das Vorlesen machen kann.