Wertheim

Amtsgericht 20-Jähriger musste sich wegen Erwerbs von Drogen verantworten / Verfahren eingestellt

Marihuanakonsum gegen die Psychose

Archivartikel

Wertheim.Ein arbeitsloser Mann aus Wertheim musste sich beim Amtsgericht der Main-Tauber-Stadt wegen mehrfachen Kaufs von Marihuana verantworten. Bei dem 20-Jährigen kam Jugendstrafrecht zur Anwendung: Die Richterin stellte mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft das Verfahren vorläufig ein.

Der Angeklagte wird für die Dauer von sechs Monaten einem Betreuungshelfer der Caritas unterstellt, der durch Gespräche den jungen Mann psychisch stabilisieren soll. Verstöße gegen Weisungen der Betreuungshilfe, zum Beispiel Nichterscheinen zu den festgesetzten Terminen, stellen eine Straftat dar.

Der Beschuldigte hatte von April bis Mitte Juni 2016 mindestens vier Mal je zwei Gramm Marihuana für je 20 Euro von einem gesondert verfolgten Verkäufer in dessen Wertheimer Wohnung erworben. Die Polizei kam dem Verkäufer auf die Spur, nachdem sie von einem Dritten Hinweise erhalten hatte. Diese waren so konkret, dass es beim Verkäufer zur Wohnungsdurchsuchung kam. Dabei entdeckten die Beamten Amphetamin und Cannabis. Nach der Festnahme machte der Verkäufer Angaben zu Käufern, von denen einige die Angaben bestätigten, andere abstritten.

In der jetzigen Verhandlung meinte der Beschuldigte, wegen seiner damaligen Psychose könne er sich an die Vorgänge nicht mehr so genau erinnern. Der Verkäufer habe ihm Marihuana als Hilfe gegen die Krankheit angeboten, doch die Droge habe den Zustand nur verschlimmert. Der Angeklagte erklärte, er habe die Drogenzeit abgeschlossen und die früheren Kontakte beendet. Er stelle sich vor, die Mittlere Reife nach zu machen und dann einen Ausbildungsplatz im IT-Bereich zu finden. Von der Jugendgerichtshilfe kam der Vorschlag, das Verfahren vorläufig einzustellen. goe