Wertheim

Ortschaftsrat tagte Haushaltsmittel für das nächste Jahr angefordert / „Wassertourismus“ kritisiert

Mehr Parkplätze am Friedhof das Ziel

Archivartikel

Dörlesberg.Geht es nach dem Dörlesberger Ortschaftsrat, hat die Parkplatz-Knappheit am Friedhof in absehbarer Zeit ein Ende. Das Gremium beantragte für weitere Stellflächen Geld aus der Wertheimer Haushalt 2019.

In der Ortschaftsratsitzung am Dienstag im Bürgerhaus beschlossen die Räte einstimmig die vier Punkte auf der Anforderungsliste für das nächste Jahr. Die Erweiterung der Parkflächen am Friedhof steht dabei an erster Stelle. Es gebe eine zunehmende ältere Bevölkerung, die den Friedhof am Ortseingang nicht mehr gut fußläufig erreichen könne, erklärte Ortsvorsteher Udo Schlachter. Die fünf, maximal Sechs Parkplätze reichten nicht aus. Auf der Wiese am Friedhof könne nur im Sommer und bei Trockenheit geparkt werden.

Pflastersteine, die als Untergrund der neuen Stellflächen dienen sollen, sind noch von den Arbeiten an der Dörlesberger Halle übrig. Für sie würden keine Kosten anfallen, so Schlachter. Für das angeforderte Geld möchte man eine Fläche für weitere sechs Parkplätze pflastern lassen.

Ein Punkt auf der Liste betrifft das Bürgerhaus. Dessen Fassadenanstrich und die Ausbesserung der Holzgiebelverschalung müssen durch Handwerksbetriebe erfolgen. Nach 15 Jahren würden sich in diesen Bereichen erste Mängel zeigen, so Schlachter. „Die Wände und Bodenbeläge im Inneren sehen noch top aus. Sie werden auch immer gut behandelt und gepflegt“, lobte er die Nutzer.

Im nächsten Jahr soll Dörlesberg voraussichtlich ein neues Feuerwehreinsatzfahrzeug bekommen. Vorher möchte die örtliche Feuerwehr ihre Technikgarage in Eingenleistung innen sanieren. Dafür sprach ihnen der Ortsvorsteher Dank aus. Im Haushalt beantragte man die Mittel für das zur Sanierung nötig Material. Die Garage wird teilweise auch für Feste genutzt.

Geld braucht man auch für den Baumweg von der Hundheimer Straße bis zum Bürgerhaus. Hier sollen die Teerschicht erneuert und der Abfluss von Oberflächenwasser verbessert werden. Bereit jetzt will man als Übergangslösung kleinere Maßnahmen ergreifen, um das Wasser umzuleiten. Bei Starkregen bestehe sonst die Gefahr von Gebäudeschäden und überfluteten Kellern.

Die Sanierung der Friedhofsmauer auf der Westseite bis zum Eingangstor steht ebenfalls auf der Liste. „Irgendwann sind alle Bereiche der Mauer saniert. Dann haben wir für mindestens 80 Jahre Ruhe“, wurde betont. Der Erhalt der Mauer sei auch von den Bürgern gewünscht. Bisher wurde der erste Teil des Bauwerks auf der Seite des Parkplatzes von der Friedhofshalle bis zur Mauermitte auf jener Seite saniert. Noch in diesem Monat sollen die Arbeiten am restlichen Stück auf dieser Seite von der Mitte bis zur Ecke beginnen.

In der Sitzung wurde Corinna Mattern verabschiedet. Die Verwaltungsmitarbeiterin der Stadt Wertheim kümmerte sich seit dem 1. März 2010 um die Ortsverwaltung. Sie übernimmt nun einen neuen Aufgabenbereich. Ab 13. August wird Monika Braun die Aufgaben in der Ortsverwaltung übernehmen.

Schlachter würdigte Matterns Wirken: „Du bist den Dörlesbergern ans Herz gewachsen und hast in allen Bereichen einen guten Job gemacht“. Mattern erwiderte den Dank und lobte das Vertrauen und die Zusammenarbeit mit Ortschaftsrat und Bürgern.

Funkmast genehmigt

Erfreut teilte der Ortsvorsteher mit, dass man nach zwei Jahren endlich die Errichtung des neuen Funkmasts genehmigt sei. Es habe länger gedauert als gedacht. Eigentlich hoffte man auf einen Baubeginn bereits im Frühjahr. Dieser ist nun nach der Sommerpause geplant. Mit dem neuen Funkmast soll die bisher schlechte Abdeckung des Dorfs mit dem D1-Mobilfunknetz stark verbessert werden.

Zum Bedauern vieler noch nicht behoben sind die Probleme mit der Straßenbeleuchtung im Breitenweg. Die Lampen funktionieren einige Zeit, dann wieder nicht. Laut Stadtwerke ist ein beschädigtes Kabel die Ursache. Die Reparaturen seien aber nicht ganz einfach.

Gerade im trockenen Sommer ist die Dörlesberger Quelle ein Segen. An ihr können Dorfbewohner kostenlos Wasser für ihre Gärten holen. Ärgerlich ist für Schlachter jedoch der große „Wassertourismus“. Viele von außerhalb des Dorfes würden die Quelle nutzen: „Die Leute kommen teilweise aus 30 Kilometern Entfernung und zapfen sich 1000 Liter Wasser ab.“

Für den Ortsvorsteher ist dies ökologischer Unsinn und auch nicht nachvollziehbar. Außerdem seien die Anhänger der Auswärtigen mit den großen Wassermengen oft total überladen. „So gefährden sie andere Verkehrsteilnehmer.“ Die Ordnungsbehörden müssten hier kontrollieren.

Wie Bürger feststellten, belaste der Verkehr durch den „Wassertourismus“ die Anlieger der Entnahmestelle. Schlachter betonte, dass die Wassermenge zwar für die Dörlesberger ausreiche, nicht aber auch noch für die Ortsfremden. Er appellierte mit Nachdruck an die Auswärtigen, das Vorrecht der Einheimischen an der Quelle zu achten. bdg