Wertheim

Sozialpolitisches Gespräch Vorstand des Diakonischen Werks Württemberg stattete Landrat Reinhard Frank und Sozialdezernentin Elisabeth Krug einen Besuch ab

Mehr Plätze für Tages- und Kurzzeitpflege nötig

Archivartikel

Beim Besuch des Vorstands des Diakonischen Werks Württemberg bei Landrat Reinhard Frank und Sozialdezernentin Elisabeth Krug standen sozialpolitische Themen im Mittelpunkt.

Main-Tauber-Kreis.Der Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werks Württemberg, Oberkirchenrat Dieter Kaufmann, und die Vorständin für Sozialpolitik, Kirchenrätin Eva-Maria Armbruster, wurden von Dekanin Renate Meixner aus Weikersheim und dem Geschäftsführer des Diakonischen Werkes im Main-Tauber-Kreis, Wolfgang Pempe, begleitet.

Im Fokus stand die Umsetzung des neuen Bundesteilhabegesetzes im Main-Tauber-Kreis. Es soll die Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung stärken. Hierzu schafft das Landratsamt drei neue Stellen. Aktuell werden 830 Menschen im Rahmen der Eingliederungshilfe unterstützt. Es wurde eine Arbeitsgemeinschaft gebildet, zudem laufen Neubauprojekte der Johannis-Diakonie und des Caritasverbands im Tauberkreis für Werkstätten und Wohnheime. Geschäftsführer Pempe berichtete von einer sehr konstruktiven Zusammenarbeit aller Beteiligten bei der Umsetzung auf lokaler Ebene. Eine Chance auf einen großen Schritt für die Betroffenen und für einheitliche Standards sah Vorstandsvorsitzender Kaufmann.

Landrat und Sozialdezernentin berichteten, dass der Main-Tauber-Kreis begonnen habe, eine neue Seniorenplanung zu erstellen. Damit soll die Basis geschaffen werden, um die Versorgungs- und Infrastruktur für Senioren bedarfsorientiert weiterzuentwickeln. Es bestand Einigkeit, dass künftig noch mehr Einrichtungen für eine Tages- und Kurzzeitpflege notwendig sind. Von den aktuell rund 1600 Pflegeheimplätzen im Kreis würden aufgrund der neuen Heimbauverordnung viele wegfallen und müssten ersetzt werden.

Landrat Frank stellte fest, dass dies auf die Kosten der Unterbringung durchschlägt. Vorständin Armbruster ergänzte, dass die Menschen aber auch nach qualitativen Angeboten in ihrem Wohnumfeld suchen. Sozialdezernentin Krug berichtete von einer differenzierten Angebotsstruktur von niedrig-schwelligen Betreuungsangeboten über Tagespflege bis zu neuen Wohnformen wie dem WohnenPlus-Konzept in Weikersheim.

Zur Förderinitiative des Kreises zur Einrichtung von Familienzentren stellten Landrat und Sozialdezernentin eine erfreuliche Entwicklung fest. Innerhalb eines Jahres seien sieben neue Einrichtungen entstanden. Nachdem bereits Angebote bestanden, verfügten nun zwei Drittel der Städte und Gemeinden über ein Familienzentrum. Als Qualitätskriterium sei dem dem Kreis die hauptamtliche Begleitung jeder Einrichtung wichtig.

Ebenfalls Thema war die Unterbringung und soziale Betreuung geflüchteter Menschen. Die Kreisverwaltung hatte auch im Zuge des großen Flüchtlingsstromes ab 2015 alle Unterkünfte selbst betreut, zumal hierbei eine lange Tradition und Erfahrung besteht. Caritas und Diakonie bringen sich mit der Ökumenischen Fachstelle für Flüchtlingshilfe im Main-Tauber-Kreis ein. Vorrangige Aufgabe sei es, die Arbeit der ehrenamtlichen Flüchtlingsbetreuer zu unterstützen. Das Diakonische Werk bot an, sich in der direkten Flüchtlingsbetreuung stärker einzubringen. Die landeskirchliche Unterstützung sei bis 2020 sichergestellt.

Thematisiert wurde auch der mangelnde Wohnraum für sozial Schwächere. „Die Prosperität des Kreises entscheidet sich auch daran, dass die Menschen gerne hier wohnen bleiben“, sagte der Landrat. lra