Wertheim

Ortschaftsrat Ergebnisse der Dorfumfrage vorgestellt und diskutiert

Mehrheit lebt gerne im Ort

Waldenhausen.In der Sitzung des Ortschaftsrats Waldenhausen am Mittwoch wurden die Ergebnisse des Dorffragebogens 2018 vorgestellt und diskutiert. Ziel der Befragung war es, herauszufinden, ob Ortschaftsrat und Vereine im Sinne der Bevölkerung arbeiten und wie man sich in den nächsten Jahren aufstellen muss.

Geringer Rücklauf

Der Frageboden wurde an alle Einwohner ab 14 Jahren verteilt. Dies entsprach 372 Fragebögen, davon rund 350 für Personen mit Hauptwohnsitz im Dorf. Der Rücklauf betrug 58 Bögen und damit 17 Prozent. „Der Hauptteil der Bevölkerung sieht anscheinend keinen akuten Handlungsbedarf und ist zufrieden“, resümierte Ortsvorsteher Nils Ries den geringen Rücklauf.

Aber auch bei den Antworteten zeigte sich die Mehrheit zufrieden, und es gab nur wenige positive und negative Extreme. Aus Reihen der Bürger wurde angemerkt, dass in viele Familien die Bürger die Fragebögen nicht einzeln, sondern einen für alle Familienmitglieder ausgefüllt hätten. Somit seien mehr als 58 Meinungen vertreten.

Ries betonte, dass die genannten Einzelmeinungen auf die Gesamtbevölkerung betrachtet nur minimale Prozentzahlen darstellen. Zentral sei es, die Gesamtbevölkerung im Auge zu haben. Er betonte jedoch, dass jede Meinung und Idee wichtig sei und Anregung für neue Projekte geben könne. Trotz des eher geringen Rücklauf ließen sich Tendenzen erkennen.

Das Geschlecht der Antwortenden war genau ausgeglichen, es waren alle Altersklassen vertreten, jedoch mit Schwerpunkt der 50 bis 65-Jährigen, was aber der Altersstruktur des Dorfes entspricht. Die Mehrheit der Antwortenden erklärte, sie leben gerne in Waldenhausen. Die Eingliederung von Neubürgern wurde mehrheitlich mit befriedigend bewertet. Die Lebensqualität wurde mehrheitlich als gut empfunden. Lob gab es vor allem für die ruhige Lage in idyllischer Natur mit der Nähe zu Wertheim und für die Dorfgemeinschaft.

Negativ wurden die fehlenden Einkaufsmöglichkeiten, die geringe ÖPNV-Anbindung und das Fehlen einer Gastwirtschaft bewertet. So wurden der Dorfladen und eine Gastronomie dann auch als häufigste Wünsche genannt. Insgesamt sah man Waldenhausen als einladenden, freundlichen und aufgeschlossen Ort.

Das Interesse der Antwortenden kurz- oder mittelfristig Wohneigentum zu erwerben, war zwar insgesamt gering. Bei den Interessenten überwog das Interesse an Baugrundstücken. Die Wohnraumknappheit im Dorf wurde in der Einschätzung der Bürger deutlich. So wurde das Wohnungsangebot für Singles, Familien und Senioren mehrheitlich als nicht ausreichend beschrieben. „Hier gilt es die Erweiterung des Baugebiets und die Altortsanierung voranzubringen“, so Ries.

Angebot für Jugend gewünscht

Wichtigste Merkmale eines Dorfes waren für die Antwortenden die Dorfgemeinschaft, die Nachbarschaft und der Kindergarten. Einen Ausbau des Angebots wünschte man sich bei den Einkaufsmöglichkeiten und den Jugendangeboten. Das Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche wurde eher negativ bewertet.

Besonders wichtig ist der Bolzplatz, der Spielplatz und der Jugendraum im Rathaus. Letzterer wird zur Zeit nicht genutzt. Ries erklärte jedoch: „Wenn Jugendliche an ihm Interesse haben, können sich gerne jederzeit an mich wenden!“ Die Familienfreundlichkeit des Dorfes wurde mehrheitlich als gut bewertet, gleiches gilt für die Seniorenfreundlichkeit. Auf den Rückläufen waren zahlreiche Ideen für weitere Angebote aufgeführt. Bei den Freizeit- und Sportmöglichkeiten insgesamt lag eine mittlere Bewertung vor.

Das Ortsbild und der Dorfzusammenhalt wurde gut bis mittel bewertet. Weiterhin wurde im Frageboden das Interesse am Vereinsengagement erhoben. Hier zeigte sich noch Potenzial für neue Aktive.

Maibaumaufstellen wichtig

Die Zahl der Veranstaltungen im Dorf war für die Mehrheit der Antwortenden genau richtig. Besonders wichtig war dabei das Aufstellen des Maibaums und das Christbaumschmücken sowie das Dorf- oder Brückenfest. Insgesamt zufrieden ist man mit der Arbeit des Ortschaftsrat. Um mehr Bürgern die Teilnahme an der Sitzung zu ermöglichen, wurde diese testweise um eine Stunde nach hinten verschoben.

In der Diskussion zu den Ergebnissen wurde die Wichtigkeit der Bürgerinformation betont. So wünschte man sich ein „schwarzer Brett“ an einem zentralen Ort. Dieses könne nicht nur Informationspunkt, sondern auch Treffpunkt werden. Auch die Ortsrufanlage war den Bürgern wichtig. Für deren technische Sanierung gibt es es jedoch keine Fördermittel. Man nutze sie aber so lange sie funktioniert, so Ries. Aktuelle Informationen bekämen Bürger zudem über die Dorfhomepage und die Presse. Bei wichtige Informationen gebe es eine Dorfinfo an alle Haushalte. Aus Reihen der Bürger wurde vorgeschlagen, eine Art Dorfmotto zu kreieren, dass Waldenhausen interessant macht. Passen würde hier der Apfel. Neben der Umsetzung des Themas bei Festen müsse man auch die Landschaftspflege in diesem Bereich berücksichtigen. bdg