Wertheim

Gastspiel „Circus Rudolf Renz“ begeistert bei Premiere auf dem Reinhardshof / Programm für die ganze Familie noch bis Sonntag

Mensch und Tier verzaubern Publikum

Sensationen mit Mensch und Tier – „Circus Rudolf Renz“ gastiert noch bis Sonntag auf dem Messegelände Reinhardshof.

Reinhardshof. Das große Zirkuszelt ist schon von weitem sichtbar, gleich neben dem Rotkreuz-Krankenhaus auf dem Messegelände am Reinhardshof. Die acht Artisten des „Circus Rudolf Renz“ sind gespannt, wer sich alles zur Premiere einfinden wird. „Zirkus ist kein einfaches Geschäft“, sagt Rudolf Renz bei einem Pressetermin. Zusammen mit seiner Frau Jaqueline Traber führt er in typischer Familientradition den Zirkus Renz seit zwei Jahren. Beide stammen aus alten Zirkusfamilien und haben ihre Ausbildung entsprechend im Zirkus und in den Städten dieser Welt absolviert.

Der Zirkus der Familie Renz kann auf eine Geschichte bis ins Jahr 1842 zurückblicken. Der junge Zirkusdirektor und seine Familie sind erstmals in Wertheim und haben sich gleich in die Stadt verliebt. Trotz aller Arbeit im Vorfeld haben sie sich die Zeit genommen und sind durch die Stadt und das Umland gelaufen und dabei viele positive Eindrücke gesammelt.

Doch bis alles losgehen kann mit der rund zweistündigen Show muss noch viel gearbeitet werden. Am Morgen sah es noch so aus, als wenn man ohne Heizung im Zelt zurecht kommt. Doch als der Zirkusdirektor um kurz nach vier zum Eingang hereinkommt, ist es zu kalt. Also schnell die Heizung an die Zeltwand geschoben und schon wird es nach kurzer Zeit kuschelig warm. „Bei uns sollen sich alle wohlfühlen“, verdeutlicht Rudolf Renz. Der Zirkus bietet ein Programm für die ganze Familie. Clowns, Artisten und auch Tiere gehören zum Programm. „Wir behandeln unsere Tiere mit sehr viel Respekt. Sie sind die ersten, die nach der Anreise eine große Fläche unseres Platzes einnehmen“, beschreibt Rudolf Renz das Verständnis für die Bedürfnisse der Araberpferde, die er selbst durch die Manege führt, und die Steppenkamele und Lamas.

Für viel Sympathie sorgt in der Manege auch das Zwergpony mit allerlei Scherzen, die wie selbstverständlich aussehen. Den Tieren scheinen die Auftritte Spaß zu machen, man merkt keinen Zwang oder Druck. Ganz im Gegenteil, nach dem Auftritt kümmert man sich liebevoll um die Tiere. Davon merkt das Publikum natürlich wenig. Sie erwarten einen reibungslosen Ablauf mit vielen Attraktionen.

Und die bekommen sie beim Zirkus Rudolf Renz geboten. Neben dem Zirkusdirektor selbst tritt auch seine Frau Jaqueline mit ihren Hula-Hoop-Reifen auf. Faszinierend wie sie bis zu 30 Reifen um ihren Körper kreisen lässt- jahrelanges Training führt hier zur Perfektion. Nach dem Auftritt geht es zurück zu Licht und Ton und zu Töchterchen Jayda Aline. Sie kam vor acht Monaten auf die Welt und soll irgendwann die Familientradition fortführen. Im Zirkuszelt fühlt sie sich jedenfalls schon mal wohl.

Wie machen die das?

Die Show geht weiter mit der einer flotten „Quick Change“-Nummer des Duo Montales. Sie wechseln in atemberaubender Geschwindigkeit ihre Kleidung und man fragt sich öfter: Wie machen die das nur?

Das Publikum fest im Griff haben auch Oliver und Beppo. Die Clowns nehmen das Publikum auf ihre spaßige Reise mit. Fakir Rinaldo Renz begeistert mit seiner Feuershow und weiteren Tricks aus 1001 Nacht. Für staunende Augen sorgt die Jonglage von Michael Renz. Auf seinem Kinn balanciert er alle möglichen Gegenstände, bis zu drei Stühle gleichzeitig. Und die Ungarin Monika Varga schließlich spielt mit Riesen-Seifenblasen und ihrem Publikum. Die großen vergänglichen Gebilde wabern durch die Luft des Zirkuszeltes und über die Köpfe der Zuschauer. Die sparen bei allen Nummern nicht mit Applaus, denn das Programm gefällt.

Der „Circus Rudolf Renz“ veranstaltet an jedem Tag nur eine Vorstellung. Man will Mensch und Tier nicht überfordern. Das ist Rudolf Renz ganz wichtig. Nach dem Gastspiel in Wertheim heißt es für das fahrende Volk wieder abbauen und zum nächsten Auftrittsort fahren, ganz so wie ihre Vorfahren und vielleicht auch die Nachfahren.