Wertheim

Lesermeinung Zum Artikel „Abends ist man durchgeravt“ (FN, 26. September)

„Mir geht es um die Kulturvielfalt“

Vorab, ich bin ein betroffener Veranstalter dieser aktuellen, willkürlichen Genrebegrenzung. Willkür – nichts anderes ist die Ausgrenzung einzelner Musikrichtungen.

Ich möchte aber noch einen anderen Aspekt beleuchten, der bisher noch nicht zur Sprache gekommen ist. Durch das Verbot sind Synergien weggebrochen und damit werden Konzerte von absoluten Top Acts in 2019 nicht möglich sein.

Die Ironie dabei, diese hätten vermutlich auch den Gegnern musikalisch gefallen. Warum Synergien? Weil die Veranstalter begonnen haben, Infrastruktur und Dienstleistung zusammen zu nutzen, um überhaupt einigermaßen tragfähig die Konzerte durchführen zu können. Viele machen diese Konzerte nicht, um sich zu bereichern. Ganz im Gegenteil, vermutlich wird genügend Geld auf der Burg liegen gelassen. Mir geht es um die Kulturvielfalt in Wertheim.

Aber wie so oft wird in dieser schönen Stadt alles zerredet und durch Machteinflüsse einzelner Personen Kultur verhindert. Apropos Kultur! Haben sich nicht einige Gemeinderäte das Thema Kultur auf die Fahne geschrieben? Wo sind diese Personen jetzt in dem Moment des so wichtigen Dialogs zu ihrem Fachthema? Dies sollte man bei der anstehenden Wahl berücksichtigen. Christian Schlager würde ich gerne aus der Schusslinie nehmen. Er war immer ein fairer Partner mit unzähligen eigenen Ideen. Falls er sein Konzept und Kurs weiterverfolgen kann, prophezeie ich dem Wertheimer Wahrzeichen eine rosige Zukunft.

Vielleicht freut sich am Ende wenigstens der Burgwirt, immerhin werden seine Besucher nicht mehr belästigt. Ich für meine Person gehe in Zukunft fleißig auf Konzerte in anderen Städten und lasse dort auch mein Geld für Hotel- und Nebenkosten. So wie das viele böse Metal- und Rock-Fans auch bei uns in Wertheim getan haben. Wertheim empfehle ich weiter als Schiffanlegestelle für finanzkräftige Besucher im reiferen Alter. Nicht aber als kulturelle Hochburg. . .